Die Sturm-Misere des 1. FC Union Berlin lässt sich leicht an den bislang erzielten Toren ablesen. 37 Treffer haben die Köpenicker an 32 Spieltagen erzielt, lediglich der Hamburger SV (36) und der FC St. Pauli (27) haben den Ball in der Bundesliga noch seltener im Tor des Gegners untergebracht. Den ersten Platz in der internen Torjägerliste teilen sich Ilyas Ansah, Oliver Burke, Rani Khedira und Danilho Doekhi mit jeweils fünf Treffern. Auch die beiden abschließenden Spiele beim FSV Mainz 05 (Sonntag, 19.30 Uhr) und gegen den FC Augsburg (16. Mai, 15.30 Uhr) werden nichts mehr daran ändern, dass wie schon in der Vorsaison kein Profi der Eisernen nach 34 Spieltagen eine zweistellige Trefferanzahl vorweisen kann.
Damit ist weiterhin kein Spieler in Sicht, der Taiwo Awoniyi als Bundesliga-Rekordtorschützen des Klubs ablösen könnte. Zwischen 2020 und 2022 erzielte der Nigerianer 20 Tore für Union – die 15 Treffer aus der Saison 2021/22, die die Mannschaft in die Europa League brachten, bleiben mit Blick auf eine ganze Spielzeit Bestwert.
Vor vier Jahren wechselte Awoniyi in die Premier League zu Nottingham Forest, blieb dort aber weit hinter den Erwartungen zurück. In 99 Pflichtspielen hatte er nur 21 Tore erzielt, bis Montag waren es in der laufenden Saison gerade einmal zwei. Dann aber kam ziemlich unverhofft der große Tag des 28-Jährigen.
Im Auswärtsspiel beim FC Chelsea stand er zum erst zweiten Mal in der Startelf und erzielte beim überraschenden 3:1-Auswärtssieg einen Doppelpack. Nottingham sammelte dadurch im Tabellenkeller drei ganz wichtige Zähler, hat den Klassenerhalt bei noch drei ausstehenden Partien und sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz fast geschafft. Nach genau 97 Sekunden brachte er den Außenseiter mit einem sehenswerten Kopfballtor in Führung, sieben Minuten nach Wiederanpfiff erzielte er aus Nahdistanz das zwischenzeitliche 3:0.

Für Taiwo Awoniyi war es der erste Doppelpack nach fast drei Jahren. Im Mai 2023 hatte er zuletzt zwei Tore in einer Partie geschossen – ausgerechnet im Auswärtsspiel beim FC Chelsea. Der ehemalige Union-Angreifer wollte sich selbst im Anschluss an den bereits siebten Auswärtssieg dieser Saison nicht allzu sehr ins Rampenlicht stellen. „Es waren tolle Vorarbeiten meiner Mitspieler und ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es war ein Erfolg der ganzen Mannschaft, meine Tore sind da eher nebensächlich“, blieb Awoniyi bescheiden.


