Hertha BSC

Der Druck auf Leitl wächst schon vor der neuen Saison

Nach vier Spielen ohne Sieg und nur einem Tor wird es bei Hertha BSC unruhig. Trainer Stefan Leitl kritisiert die Einstellung seines Teams.

Hertha-Trainer Stefan Leitl konnte den harmlosen Auftritt beim 0:1 gegen Magdeburg nicht fassen und schrie immer wieder seine Profis an.
Hertha-Trainer Stefan Leitl konnte den harmlosen Auftritt beim 0:1 gegen Magdeburg nicht fassen und schrie immer wieder seine Profis an.Christian Schroedter/imago

Bei Hertha BSC droht die Saison nach dem verpassten Aufstieg unschön auszuklingen – und die Sorgen reichen bereits in die kommende Spielzeit hinein. Nach der 0:1-Niederlage beim 1. FC Magdeburg fand Trainer Stefan Leitl deutliche Worte und stellte seiner Mannschaft ein schwaches Zeugnis aus. Die Kritik zielt nicht nur auf die jüngsten Ergebnisse, sondern auch auf grundlegende Fragen zur Einstellung einiger Profis.

Drei Pleiten, ein Remis und nur ein Tor

Die Bilanz der vergangenen Wochen ist ernüchternd: In den letzten vier Spielen holte Hertha lediglich einen Punkt, erzielte dabei nur ein Tor und kassierte drei Niederlagen mit jeweils 0:1. Zahlen, die die sportliche Stagnation untermauern – und die Diskussionen im Umfeld neu anheizen. Trotz der klaren Entscheidung der Klubführung, mit Leitl als Cheftrainer in die kommende Saison zu gehen, hinterlassen die Auftritte Spuren.

Leitl: „Das ist zu wenig Intensität“

Der Trainer selbst machte nach der Partie in Magdeburg keinen Hehl aus seinem Frust. „Ich bin heute richtig angefressen. Ich muss aufpassen, was ich jetzt hier sage“, erklärte Leitl sichtlich emotional. Für den 46-Jährigen ist klar, dass die gezeigten Leistungen nicht den eigenen Ansprüchen genügen: „So wird sich meine Mannschaft nicht mehr präsentieren. Da ist zu wenig Intensität und zu wenig Einstellung. So kannst du kein Zweitliga-Spiel gewinnen.“

Gerade in der Offensive offenbaren die Berliner derzeit gravierende Defizite. Zwar gelingt es der Mannschaft phasenweise, das Spiel zu kontrollieren und Ballbesitz zu sichern, doch im letzten Drittel fehlt es an Entschlossenheit und Durchschlagskraft. Die Folge: eine trügerische Dominanz ohne klare Torchancen – und letztlich ohne Ertrag.

Ist jeder Spieler noch motiviert?

Die Situation ist auch deshalb brisant, weil die Saison sportlich bereits entschieden ist und gleichzeitig ein erneuter Kaderumbruch bevorsteht. Leitl steht vor der schwierigen Aufgabe, Motivation und Fokus hochzuhalten, obwohl das große Ziel verpasst wurde. Gleichzeitig wächst der Eindruck, dass nicht alle Spieler die verbleibenden Spiele mit der nötigen Konsequenz angehen.

Damit stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Identifikation mit dem Verein. Bereits in der Vergangenheit hatte Leitl betont, dass nur Spieler Bestand haben werden, die sich voll mit Hertha BSC identifizieren. „Wer nicht alles gibt, ist raus“, lautete seine klare Linie. Angesichts der aktuellen Leistungen gewinnt diese Aussage neue Brisanz.

Leitl kündigt härtere Gangart an

Vor den letzten beiden Saisonspielen gegen Greuther Fürth und Arminia Bielefeld dürfte der Ton nun deutlich schärfer werden. Für einige Profis geht es nicht nur um einen versöhnlichen Abschluss, sondern auch um ihre Zukunft im Verein. Die kommenden Aufstellungen könnten bereits Hinweise darauf geben, welche Rolle einzelne Spieler in den Planungen für die neue Saison spielen.

Fest steht: Hertha BSC steht vor einem richtungsweisenden Sommer. Die sportliche Krise zum Saisonende ist mehr als nur ein kurzer Durchhänger – sie legt strukturelle Probleme offen, die schnell gelöst werden müssen, um in der nächsten Spielzeit wieder angreifen zu können.