Beim Pokal-Viertelfinale

Polizeigewalt? Fans von Hertha BSC und dem SC Freiburg setzen wichtiges Zeichen

Auch im Viertelfinale des DFB-Pokals erinnern Fans beider Mannschaften an die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Polizei und Hertha-Fans vor einem Monat.

Im DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg zeigten die Gästefans ihre Solidarität mit den Herthanern, die bei der Auseinandersetzung mit der Polizei im Januar verletzt wurden.
Im DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg zeigten die Gästefans ihre Solidarität mit den Herthanern, die bei der Auseinandersetzung mit der Polizei im Januar verletzt wurden.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Die Fans von Hertha BSC haben nicht vergessen, was vor gut einem Monat im Olympiastadion vorgefallen ist. Der FC Schalke 04 war angereist, um die Rückrunde der 2. Bundesliga gegen die alte Dame zu eröffnen. An das torlose Fußballspiel kann sich heute kaum noch jemand erinnern, an die Auseinandersetzung zwischen Polizei und Fans dafür umso mehr.

21 Polizisten und 31 Hertha-Fans wurden verletzt. Schuld war für beide Seiten die jeweils andere: Die Fanhilfe Hertha sprach von einer „brutalen Eskalation der Polizei“, die wiederum „massive Fangewalt“ vorwarf. Der Fall wird weiterhin aufgearbeitet, derzeit wird gegen 32 Fans ermittelt. Es wurden Strafanzeigen gegen vier Polizisten gestellt.

Anhänger anderer Klubs solidarisierten sich seitdem mit den Herthanern. So auch diejenigen, die am Dienstag im Olympiastadion waren, um den SC Freiburg im DFB-Pokal-Viertelfinale zu unterstützen. Während über der eigenen Kurve schon vor der Partie das Banner „Ostkurve gegen Polizeigewalt“ hing, enthüllten die Gästefans in der zweiten Halbzeit ihr Pendant dazu. „SC Freiburg-Fans gegen Polizeigewalt“ stand in weißen Buchstaben auf einem roten Banner.

Auch der Polizist auf dem Feld musste mit dem Widerstand der Fans klarkommen. Als Fabian Reese das vermeintliche 1:0 für die Berliner erzielte, doch das unbeliebte VAR-Logo auf der Anzeigetafel erschien, ahnten die Fans bereits, dass gleich eine unliebsame Entscheidung getroffen würde. Patrick Ittrich, im Hauptberuf Polizeibeamter, ließ sich jedoch nicht hetzen, trug den Ball langsam von der Mittellinie bis in den Strafraum, während das Stadion auf seine Entscheidung warten musste. Erst dort angekommen, verkündete er, dass der Treffer nicht zählt. Das hätte er von der Mittellinie offenbar nicht machen können. Die Reaktion beider Fanlager? „Scheiß-DFB“-Wechselgesänge.