Superstar wurde Union angeboten

Horst Heldt: „Was hätte ein Sterling-Transfer für unser Umfeld bedeutet?“

Der Deadline Day verlief beim 1. FC Union Berlin ziemlich ruhig. Niemand kam, niemand ging. Ganz gemächlich ging es aber letztlich doch nicht zu.

Horst Heldt hofft auf eine sorgenfreie Restrunde mit dem 1. FC Union Berlin.
Horst Heldt hofft auf eine sorgenfreie Restrunde mit dem 1. FC Union Berlin.imago/Dennis Ewert/RHR-FOTO

Was hätte man nicht alles erwarten können? Diogo Leite, Alex Král, Danilho Doekhi oder Andrej Ilic – sie alle wurden in den letzten Tagen des noch bis vergangenen Montag geöffneten Transferfensters mit einem Last-minute-Abgang beim 1. FC Union Berlin in Verbindung gebracht. Letztlich gaben die Köpenicker aber keinen Spieler mehr ab, es blieb bei den Leihgeschäften von Oluwaseun Ogbemudia (Waldhof Mannheim) und Marin Ljubicic (Fortuna Düsseldorf). Neuzugänge hat Union im Januar ebenfalls nicht verpflichtet.

Die Chance war allerdings da, einen ganz prominenten Namen in den Berliner Südosten zu locken. Am Deadline Day wurde Horst Heldt Stürmer Raheem Sterling angeboten, doch der Manager lehnte ab. „Man hört den Namen und muss sich mit vielen Fragen auseinandersetzen. Was bedeutet das für unser Umfeld? Was bedeutet das für den Verein?“, erklärte Heldt, warum der Klub die Spur beim ehemaligen Weltklasse-Spieler nicht weiter verfolgte.

Sterling ist aktuell vereinslos, war einst aber englischer Nationalspieler und Titelsammler mit Manchester City. In der vergangenen Woche hatte der FC Chelsea den noch bis 2027 laufenden Vertrag mit dem 31-Jährigen aufgelöst. Ein möglicher Transfer hätte bei Union womöglich alles durcheinandergewirbelt. Beim Klang des Namens wurden Erinnerungen an den Sommer vor zweieinhalb Jahren wach, als der damalige Manager und Heldt-Vorgänger Oliver Ruhnert Leonardo Bonucci und Robin Gosens an die Alte Försterei gelotst hatte.

Diogo Leite und Danilho Doekhi gehen wohl ablösefrei

Für Diogo Leite gab es laut Heldt dagegen „kein schriftliches Angebot eines anderen Vereins“. Der Portugiese, der Union schon im Sommer verlassen wollte und zwischenzeitlich gar aus dem Trainings- und Spielbetrieb genommen wurde, wird seinen Vertrag also erfüllen und im kommenden Sommer aller Voraussicht nach ablösefrei gehen. Heldt wollte bei Leite und auch bei Danilho Doekhi zwar nicht kategorisch ausschließen, dass eine Vertragsverlängerung zustande kommen könne, sagte aber auch, „dass wir uns auf alle Szenarien vorbereiten“.

Auch wenn das Transferfenster andernorts noch geöffnet ist, machte Heldt klar, dass der Klub aus dem aktuellen Aufgebot keinen Profi mehr abgeben wolle: „Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Kader erfolgreich sein können und unser Vertrauen in die Spieler ist sehr groß.“ Am Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wird Trainer Steffen Baumgart also auf bewährtes Personal setzen können. Leite, der sich am zurückliegenden Wochenende bei der Niederlage in Hoffenheim am Oberschenkel verletzt hatte, droht allerdings auszufallen.