Heimdebakel

Die Union-Stimmen zum 1:4: „Es sieht gerade nicht geil für uns aus“

Nach der Niederlage gegen Werder Bremen sind sich die Verantwortlichen beim 1. FC Union Berlin darüber im Klaren, dass es so nicht weitergehen kann.

Ilyas Ansah holte gegen Werder Bremen den Elfmeter für Union raus, den Derrick Köhn zur zwischenzeitlichen Führung verwandelte.
Ilyas Ansah holte gegen Werder Bremen den Elfmeter für Union raus, den Derrick Köhn zur zwischenzeitlichen Führung verwandelte.IMAGO/O.Franke

Am Tiefpunkt des bisherigen Saisonverlaufs hadern die Verantwortlichen des 1. FC Union Berlin mit der Roten Karte gegen András Schäfer. Dass die 1:4 (1:2)-Niederlage gegen Werder Bremen aber auch andere Gründe hatte, sahen die Beteiligten trotzdem. Die gesammelten Stimmen zum Spiel.

Ilyas Ansah: Es ist schwer, das Spiel zu bewerten. Wenn man in der Bundesliga 70 Minuten in Unterzahl spielt, dann kann es schon mal vorkommen, dass das Spiel verloren geht. Wir dürfen uns heute nicht zu sehr darauf versteifen, was schiefgelaufen ist. Die Rote Karte hat das Spiel zum Kippen gebracht, aber das ist kein Vorwurf gegen András. Platzverweise gehören zum Fußball dazu. Wir müssen jetzt punkten, es sieht gerade nicht geil aus für uns, aber wissen, dass wir in der Bundesliga punkten können und das werden wir auch weiter versuchen.

Horst Heldt: Die Rote Karte gegen uns war sicherlich zu hart. Der Schiedsrichter ist davon ausgegangen, dass András seinen Gegenspieler oberhalb des Knöchels trifft und nicht am Fuß. Ehrlicherweise trifft er ihn aber nicht am Knöchel und deswegen war das schon eine harte Entscheidung. Es war aber gleichzeitig auch keine Entscheidung, bei der der VAR zwingend eingreifen muss. Wir müssen das so akzeptieren. Unser Fokus muss danach aber auf den ersten beiden Gegentoren liegen. In Unterzahl haben wir es eigentlich gut verteidigt, kriegen dann aber zwei Tore nach Standards. Das ist total ärgerlich, weil das normalerweise Situationen sind, die wir ganz gut beherrschen. Im Abstiegskampf darf man sich das so nicht erlauben – auch mit einem Mann weniger. In der zweiten Halbzeit hat es Bremen gut gemacht, das Spiel immer wieder breit und tief angelegt. Wir haben in der Hinrunde gegen Freiburg und Bayern gepunktet, entscheidend ist heute aber erstmal, dass wir einen Satz nach vorne hätten machen können. Das ist uns nicht gelungen, jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf.

Daniel Thioune (auf der Pressekonferenz): Wir hatten zu Spielbeginn große Probleme mit den tiefen Bällen des Gegners. Da hat man gesehen wie physisch stark, die Offensive von Union ist. Das hat auch zum Elfmeter geführt, wir lagen 0:1 zurück, also genau das, was man hier nicht braucht und nicht haben will. Durch die Rote Karte sind wir ins Spiel zurückgeholt worden. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie in dieser Phase sehr gut mit der Überzahl umgegangen und cool geblieben ist. Durch die zwei Tore vor der Halbzeit sind wir dafür auch belohnt worden. In der zweiten Halbzeit hatten wir sehr viel Ballbesitz und haben dem Gegner kaum mehr eine Chance gestattet.

Steffen Baumgart (auf der Pressekonferenz): Viel von dem, was wir uns vorgenommen haben, ist in der Anfangsphase gut gelaufen. Wir hatten viele Aktionen um den gegnerischen Strafraum, gehen dann auch mit 1:0 in Führung durch die Elfmetersituation, die von Ily bis zum Ende sehr gut durchgezogen wurde. Die Rote Karte ist aus meiner Sicht maximal eine Gelbe Karte. Die Entscheidung hat der Schiedsrichter zu schnell getroffen. Wir haben momentan eine sehr schwierige Phase, die wir uns aber selbst zuzuschreiben haben. Trotzdem haben wir den Ansatz da auch rauskommen zu wollen.