Ratlosigkeit in Köpenick

Die Stimmen zur Union-Niederlage: „Wir haben falsche Entscheidungen getroffen“

Serie gerissen: Der 1. FC Union Berlin verliert gegen den 1. FC Heidenheim mit 1:2. Die Spieler wollen das Ergebnis schnell abhaken – denn Mittwoch ist Pokal.

Im Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Heidenheim unterlagen Rani Khedira (r.) und seine Kollegen.
Im Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Heidenheim unterlagen Rani Khedira (r.) und seine Kollegen.Soeren Stache

Der 1. FC Union Berlin gab gegen den 1. FC Heidenheim im Stadion An der Alten Försterei eine 1:0-Führung unmittelbar vor Schluss noch ab und verlor 1:2. Die Akteure selbst hadern mit der zweiten Halbzeit. Die Stimmen zum Spiel!

Christopher Trimmel: Es gibt solche Spiele. Ich glaube, das ist der Fußball. Wir haben es oft genug auf unserer Seite erlebt. Wir haben eigentlich vieles im Griff gehabt, vieles ist aufgegangen und dann kriegt man halt in der Schlussphase zwei Gegentore. Das ist nicht nur Pech, wir sind schon auch selbst schuld. Speziell die letzten 10–15 Minuten haben wir es dann einfach nicht gut gemacht. Das größte Problem war, dass wir die Bälle zu schnell verloren haben, sie einfach blind weggeschlagen haben. Da braucht man mehr Ruhe, aber die hatten wir nur in der ersten Halbzeit. Ich fand insgesamt die zweite Halbzeit nicht so gut. Wir haben uns zu wenig rausgespielt, sind nicht wirklich aufs zweite Tor gegangen. Wir müssen das Spiel logischerweise schnell abhaken. Wir haben nicht viel Zeit vor dem Pokalspiel gegen die Bayern.

Rani Khedira: Wir haben es nicht geschafft, aufs zweite Tor zu gehen. Ich glaube, Umschaltmomente und Platz waren da, aber wir haben falsche Entscheidungen getroffen. Und dann waren wir leider nur über 89 Minuten konzentriert. Heidenheim hat eine Dynamik ins Spiel bekommen, indem sie sehr offensiv gewechselt haben und viele Leute auf die letzte Linie geklatscht haben. Das ist dann sehr, sehr schwierig zu verteidigen. Wir haben es dennoch eigentlich sehr gut gemacht, aber leider nur über 89 Minuten. Wir wurden unsauber. Wir haben nicht mehr das gespielt, was uns in der ersten Halbzeit stark gemacht hat. Ich glaube, wir kamen immer wieder sehr gut in den Rücken des Gegners im letzten Drittel. Das ist uns dann abhanden gekommen. Warum, kann ich jetzt ehrlicherweise auch nicht sagen, so kurz nach dem Spiel. Jetzt müssen wir sehen, dass wir da unsere Schlüsse draus ziehen, um so etwas nicht noch einmal zu erleben.

Frank Schmidt (auf der Pressekonferenz): Die ersten 15 Minuten waren wir recht gut im Spiel, mit der ersten Chance für uns. Nach und nach hat sich dann Union ins Spiel gekämpft, hat dann auch eine Drangphase vor der Halbzeitpause gehabt und macht das Tor. Wir haben den Vorteil gehabt, dass wir tatsächlich über die Dinge gesprochen haben, dass wir, wenn das passieren sollte, anders reagieren und agieren, als wir es zuletzt gemacht haben bei den heftigen Niederlagen. Ich glaube, das hat man der Mannschaft auch angesehen in der zweiten Halbzeit. Ich finde, am Ende war es ein ausgeglichenes Spiel. Ein Punkt wäre wahrscheinlich für beide Mannschaften dann leistungsgerecht aus meiner Sicht gewesen. Aber jetzt haben wir endlich mal das glückliche Ende gehabt.

Steffen Baumgart (auf der Pressekonferenz): Wie sagt man so schön: Wenn du die Tore machst, ist es nie unverdient. Ich glaube, dass wir eine gute erste Halbzeit gespielt haben und bis zur 60. Minute sehr gut im Spiel waren. Dann hat der Gegner es peu à peu geschafft, uns den Schneid abzukaufen. Wir haben durch den ein oder anderen Wechsel versucht, eine andere Klarheit reinzukriegen, was uns nicht gelungen ist. Wir hatten die Möglichkeit, in zwei bis drei Situationen das 2:0 zu machen, aber solange du nur 1:0 führst, kann immer das 1:1 fallen. Dass dann natürlich in der Nachspielzeit eine Ecke zum 2:1 führt, ist dann schon sehr bitter. Wir müssen mit der Situation umgehen oder lernen, damit umzugehen. Das fällt mir sehr schwer. Heute die richtigen Worte zu finden, ist auch nicht gerade meine Stärke.