Zwei ganz späte Gegentore

Der Angstgegner schlägt spät zu: 1. FC Union Berlin vergibt Sieg gegen Heidenheim

Der 1. FC Union Berlin hat in der Fußball-Bundesliga beim 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim den nächsten Sieg verpasst. Die Gäste trafen zweimal ganz spät.

Leopold Querfeld kassierte mit dem 1. FC Union Berlin eine ganz bittere Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim.
Leopold Querfeld kassierte mit dem 1. FC Union Berlin eine ganz bittere Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Schön war es nicht und am Ende leider noch nicht mal erfolgreich: Der 1. FC Union Berlin hat in einem wenig hochklassigen, dafür sehr umkämpften Spiel gegen den 1. FC Heidenheim beim 1:2 (1:0) einen ganz späten Nackenschlag hinnehmen müssen. Lange sahen die Köpenicker wie der Sieger aus, ehe die Gäste erst in der Schlussminute und dann in der Nachspielzeit trafen.

In den beiden vorherigen Spielzeiten hatte sich der 1. FC Heidenheim als Angstgegner der Berliner entpuppt. 0:1, 2:2, 0:2, 0:3 – so lauteten die Ergebnisse aus Sicht der Eisernen seit beide Vereine ein gemeinsames Dasein in der Fußball-Bundesliga fristen. Diesmal allerdings hatte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart ganz klar die Favoritenrolle inne. 15 Punkte aus den bisherigen Partien, Rang acht als Momentaufnahme und der 1:0-Sieg beim FC St. Pauli im Rücken; alles war angerichtet für den nächsten Dreier. Völlig egal, wer da auf der anderen Seite stehen würde, aber erst recht, wenn es der Tabellenletzte mit gerade einmal fünf Zählern auf dem Konto ist.

Im Spiel war hinsichtlich des sportlichen Niveaus beider Mannschaften aber kaum ein Unterschied festzustellen. Die Gäste meldeten sich nach neun Minuten erstmals im gegnerischen Strafraum an, Mathias Honsak traf mit seinem satten Abschluss zum Glück aus Sicht der Hausherren nur die Oberkante der Latte. Kurz darauf musste Schiedsrichter Patrick Ittrich das Geschehen für über fünf Minuten unterbrechen, weil zwei Heidenheimer im eigenen Strafraum aufeinandergerasselt waren. Julian Niehues erwischte es ein wenig schlimmer, der Mittelfeldspieler konnte danach ein wenig überraschend trotzdem weiterspielen.

Khedira trifft wuchtig nach Ansah-Vorarbeit

Torchancen waren in der Folge Mangelware und als fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit im ersten Durchgang alles auf ein torloses Remis hinauszulaufen schien, zog Union das Tempo doch noch an. Zunächst köpfte Diogo Leite eine Ecke von Christopher Trimmel am langen Eck vorbei (40.), dann zwang Aljoscha Kemlein Gästetorhüter Diant Ramaj im kurzen Eck zu einer Parade (42.). Weil aller guten Dinge nicht selten drei sind, durfte keine Zeigerumdrehung später Rani Khedira aus ähnlicher Position wie zuvor Kemlein abziehen. Gegen seinen wuchtigen Abschluss hatte Ramaj diesmal keine Chance – 1:0 (43.). Ilyas Ansah hatte den Ball zuvor clever behauptet und abgelegt.

Den Druck der Schlussphase vor dem Seitenwechsel konnte die Baumgart-Elf nach Wiederanpfiff nicht aufrechterhalten oder gar erhöhen. Beide Mannschaften lieferten sich vor allem zwischen den Strafräumen einen Abnutzungskampf, vor den beiden Toren passierte nur ganz wenig. Danilho Doekhi köpfte nach einem Eckball über das Tor (68.), kurz darauf hätte Khedira bei einer Drei-gegen-Zwei-Überzahlsituation besser abgespielt, anstatt selbst den Abschluss zu suchen (70.).

Die Schlussphase brach allmählich an, doch trotz aller Bemühungen der Gäste stand die Union-Defensive bis zur 90. Minute felsenfest. Torhüter Frederik Rönnow musste kein einziges Mal ernsthaft eingreifen, bis der eingewechselte Stefan Schimmer nach Vorarbeit von Omar Traoré aus heiterem Himmel zum Ausgleich traf. Jan Schöppner erzielte nach einer Ecke mit der letzten Aktion des Spiels gar noch den Siegtreffer für die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt (90.5). Die Generalprobe vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC Bayern München am Mittwoch (20.45 Uhr) hatte man sich im Berliner Südosten ganz anders vorgestellt.