Schön war es nicht und am Ende leider noch nicht mal erfolgreich: Der 1. FC Union Berlin hat in einem wenig hochklassigen, dafür sehr umkämpften Spiel gegen den 1. FC Heidenheim beim 1:2 (1:0) einen ganz späten Nackenschlag hinnehmen müssen. Lange sahen die Köpenicker wie der Sieger aus, ehe die Gäste erst in der Schlussminute und dann in der Nachspielzeit trafen.
In den beiden vorherigen Spielzeiten hatte sich der 1. FC Heidenheim als Angstgegner der Berliner entpuppt. 0:1, 2:2, 0:2, 0:3 – so lauteten die Ergebnisse aus Sicht der Eisernen seit beide Vereine ein gemeinsames Dasein in der Fußball-Bundesliga fristen. Diesmal allerdings hatte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart ganz klar die Favoritenrolle inne. 15 Punkte aus den bisherigen Partien, Rang acht als Momentaufnahme und der 1:0-Sieg beim FC St. Pauli im Rücken; alles war angerichtet für den nächsten Dreier. Völlig egal, wer da auf der anderen Seite stehen würde, aber erst recht, wenn es der Tabellenletzte mit gerade einmal fünf Zählern auf dem Konto ist.
Im Spiel war hinsichtlich des sportlichen Niveaus beider Mannschaften aber kaum ein Unterschied festzustellen. Die Gäste meldeten sich nach neun Minuten erstmals im gegnerischen Strafraum an, Mathias Honsak traf mit seinem satten Abschluss zum Glück aus Sicht der Hausherren nur die Oberkante der Latte. Kurz darauf musste Schiedsrichter Patrick Ittrich das Geschehen für über fünf Minuten unterbrechen, weil zwei Heidenheimer im eigenen Strafraum aufeinandergerasselt waren. Julian Niehues erwischte es ein wenig schlimmer, der Mittelfeldspieler konnte danach ein wenig überraschend trotzdem weiterspielen.
Khedira trifft wuchtig nach Ansah-Vorarbeit
Torchancen waren in der Folge Mangelware und als fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit im ersten Durchgang alles auf ein torloses Remis hinauszulaufen schien, zog Union das Tempo doch noch an. Zunächst köpfte Diogo Leite eine Ecke von Christopher Trimmel am langen Eck vorbei (40.), dann zwang Aljoscha Kemlein Gästetorhüter Diant Ramaj im kurzen Eck zu einer Parade (42.). Weil aller guten Dinge nicht selten drei sind, durfte keine Zeigerumdrehung später Rani Khedira aus ähnlicher Position wie zuvor Kemlein abziehen. Gegen seinen wuchtigen Abschluss hatte Ramaj diesmal keine Chance – 1:0 (43.). Ilyas Ansah hatte den Ball zuvor clever behauptet und abgelegt.
Den Druck der Schlussphase vor dem Seitenwechsel konnte die Baumgart-Elf nach Wiederanpfiff nicht aufrechterhalten oder gar erhöhen. Beide Mannschaften lieferten sich vor allem zwischen den Strafräumen einen Abnutzungskampf, vor den beiden Toren passierte nur ganz wenig. Danilho Doekhi köpfte nach einem Eckball über das Tor (68.), kurz darauf hätte Khedira bei einer Drei-gegen-Zwei-Überzahlsituation besser abgespielt, anstatt selbst den Abschluss zu suchen (70.).


