Unterdurchschnittlich

Die Einzelkritik zur Union-Pleite: Was ist nur mit Stanley Nsoki los?

Kein Profi des 1. FC Union Berlin hebt sich bei der klaren Niederlage in München positiv ab. Einer sorgt schon seit Wochen für Fragezeichen.

Stanley Nsoki ist für den 1. FC Union Berlin in der Defensive aktuell ein Sicherheitsrisiko.
Stanley Nsoki ist für den 1. FC Union Berlin in der Defensive aktuell ein Sicherheitsrisiko.IMAGO/Grant Hubbs

Bei der 0:4 (0:2)-Niederlage beim FC Bayern steht der 1. FC Union Berlin fast von der ersten Minute an auf verlorenem Posten. Zwar hält das Abwehrbollwerk bis kurz vor der Pause, dann aber spiet sich der Rekordmeister in einen Rausch – und die Köpenicker schauen überwiegend zu. Die ausführliche Einzelkritik.

Herausragend

Kein Unioner.

Gut zu Fuß

Kein Unioner.

Mit Eifer dabei

Kein Unioner.

Luft nach oben

Frederik Rönnow: Nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in Freiburg kehrte der Däne zwischen die Pfosten zurück. Beim Schlenzer von Lennart Karl packte er noch sicher zu (16.), danach aber wirkte er oft nicht sicher. Beim zweiten Gegentor durch Serge Gnabry sah er bei der Hereingabe beispielsweise nicht gut aus. Drittes Spiel mit vier Gegentoren in dieser Saison.

Rani Khedira: Zu Beginn bemühte er sich, hin und wieder den Weg nach vorne zu suchen. So zog er Mitte der ersten Halbzeit clever einen Freistoß in aussichtsreicher Position gegen Leon Goretzka. Mit zunehmender Spieldauer war auch Khedira nur noch defensiv beschäftigt und lief dabei meist hinterher. Für ihn steht nun wohl sein Länderspieldebüt für die tunesische Nationalmannschaft an.

Livan Burcu (bis 61.): Er behielt seinen Platz in der Startelf und zwang nach nicht einmal drei Minuten Gegenspieler Dayot Upamecano zu einem Foul, für das der Franzose die Gelbe Karte sah. Seine flinken Beine konnte er danach aber nicht mehr gewinnbringend einsetzen.

Danilho Doekhi: Gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und sah Gelb für ein Foul an Gnabry (37.). Den folgenden Freistoß vergab Harry Kane. Auch Doekhi war dem Tempo des Gegners nur in der Anfangsphase gewachsen. Immerhin: Seine Passquote (97%) las sich ganz gut.

Janik Haberer: Bei der ersten ganz großen Bayern-Chance ließ er Gegenspieler Josip Stanisic einfach laufen (29.). Seine Bissigkeit in Zweikämpfen fiel diesmal über 90 Minuten fast gar nicht ins Gewicht.

Christopher Trimmel (bis 75.): In der Anfangsphase hatte der Routinier seine Abwehrseite gegen Gnabry noch gut im Griff. Besonders in den Minuten nach der Pause war aber auch der Kapitän indisponiert. Beim dritten Gegentreffer bot er seinem Gegenspieler nur Geleitschutz.

Aljoscha Kemlein (bis 61.): Nachdem er in Freiburg noch auf der Bank hatte Platz nehmen müssen, kehrte er in die Anfangsformation zurück. Seine Hereinnahme machte sich nicht bezahlt, insbesondere, wenn er mal den Ball am Fuß hatte, war seine Spielfortsetzung schlecht.

Leopold Querfeld: In der vergangenen Saison hatte er beim Auswärtsspiel in München sein Startelfdebüt in der Bundesliga gefeiert. Diesmal kehrte er nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Anfangsformation, ging aber spätestens nach der Pause im Angriffswirbel der Hausherren mit unter. Sein kapitaler Bock gegen Kane hätte in der letzten Minute fast noch den fünften Gegentreffer bedeutet.

Derrick Köhn: Vergab die aussichtsreichste Union-Chance beim Stand von 0:0 als er mit seinem Freistoß an der Mauer scheiterte (23.). Defensiv war er gegen Michael Olise mehr als einmal überfordert.

Ungleiches Duell: Derrick Köhn hatte in den direkten Zweikämpfen mit Michael Olise keinen leichten Stand.
Ungleiches Duell: Derrick Köhn hatte in den direkten Zweikämpfen mit Michael Olise keinen leichten Stand.IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Tom Rothe (ab 46.): Am vergangenen Wochenende hatte es in Freiburg für ihn nach langer Verletzungspause schon zu einem Kurzeinsatz gereicht, diesmal durfte – nein, musste – er eine Halbzeit ran. Das dürfte ihm helfen, nach und nach wieder in einen gesunden Spielrhythmus zu kommen.

Andrej Ilic (ab 46.): Undankbarer Job, bei 0:2-Zwischenstand gegen gerade erst anrollende Bayern-Elf eingewechselt zu werden. Über Ansätze kam der Serbe nicht hinaus.

Wooyeong Jeong (ab 61.): Einst stand er beim FC Bayern unter Vertrag. Seine Einwechslung brachte zumindest etwas Schwung. Bayern-Torhüter Jonas Urbig zwang er zu einer Parade (77.). Das war gleichzeitig die sehenswerteste Union-Offensivaktion im gesamten Spiel.

Alex Král (ab 61.): Auch er näherte sich zum Schluss noch einem Treffer, sein Schuss wurde allerdings abgeblockt (81.).

Unterdurchschnittlich

Stanley Nsoki (bis 46.): Was ist nur los mit ihm? Seit Wochen – angefangen mit dem verschuldeten Elfmeter in Mönchengladbach – wirkt er unsicher und lässt auf dem Platz jegliche Ruhe vermissen. Er hatte Glück, dass sein Querschläger fünf Meter vor dem eigenen Tor nicht schon bestraft wurde (40.). Dafür wackelte Olise ihn beim Führungstreffer der Bayern viel zu einfach aus.

Tim Skarke (bis 46.): Klar, dass ein Stürmer es in so einem Spiel besonders schwer hat. Skarke war allerdings in jedem einzelnen Zweikampf nicht durchsetzungsfähig, wirkte so fast wie ein Fremdkörper.

Zu spät gekommen

Josip Juranovic (ab 75.).