Bundesliga

Warum der 1. FC Union Berlin so wenige Stürmertore schießt

Tim Skarke hat für den 1. FC Union Berlin erst ein Saisontor geschossen. Liegt das am System von Steffen Baumgart?

Tim Skarke vom 1. FC Union Berlin und sein Mitspieler Andras Schäfer beim Torjubel
Tim Skarke vom 1. FC Union Berlin und sein Mitspieler Andras Schäfer beim TorjubelMatthias Koch/IMAGO

Das Toreschießen ist Tim Skarke schon mal leichtergefallen. Ein Tor hat der Stürmer vom 1. FC Union Berlin in dieser Saison erzielt. Gegen RB Leipzig, Ende Dezember, stellte er als Joker den 3:1-Endstand für die Eisernen her und ließ die Fans im Stadion An der Alten Försterei jubeln. Es war eines von drei Stürmertoren an diesem Abend, von Toren also, die in ihrer Art sonst rar gesät sind in Köpenick.

„Man bekommt höchstens zwei Chancen pro Spieltag“

Insgesamt trafen die Union-Stürmer nur 13-mal in der laufenden Bundesligaspielzeit. Liegt das auch am System von Trainer Steffen Baumgart? Danach klangen zumindest Skarkes Worte, als er im Rahmen einer Medienrunde am vergangenen Donnerstag, dem 19. März, über die wenigen Tore durch Angreifer bei Union sprach. „Wir wissen schon, wie wir spielen, dass wir viel verteidigen und als Mannschaft davon profitieren, wenn wir gut verteidigen“, sagte er, erklärte aber auch die Folgen dieser Spielweise: „Bei uns bekommt man dann vielleicht eine, höchstens zwei Chancen pro Spieltag.“

Während seiner Leihe beim SV Darmstadt 98 war ihm das Toreschießen noch leichtergefallen. Im Laufe der Saison 2023/2024 schoss Skarke immerhin acht Tore. „Da war meine Position ein bisschen anders“, sagte er und erklärte: „Hier (bei Union) spiele ich sehr oft auf der Außenbahn und muss mehr nach hinten arbeiten. In Darmstadt konnte ich öfter vorne stehen bleiben. So hatte ich die eine oder andere Verschnaufpause und konnte dann die Konter besser nutzen.“ Ganz festlegen wollte er sich nicht, ob es wirklich nur an der Rolle liege. Trotzdem betonte er: „Ich bin halt öfter in die torgefährlichen Räume gekommen.“

Skarkes Lösungsansatz: Training, Training, Training

Daran, dass das trotz Defensivarbeit auch im Union-Dress künftig klappt, arbeiten Skarke und seine Stürmerkollegen im Training. „Wir beschäftigen uns mit allem Drumherum, machen eine Videoanalyse, schauen, in welche Räume wir kommen können und wie wir besser umschalten können“, schilderte der Stürmer. Damit das Training fruchtet und sein persönliches Torekonto wie das der Union-Stürmer insgesamt doch etwas aufgefüllt werden, fehlt im Grunde nur eins: „Wir müssen es bloß noch da vorne umsetzen.“