Erfolgsgarant

Besser als Jürgen Klopp: Ex-Union-Trainer Urs Fischer begeistert in Mainz

Zu Beginn waren die Fans des FSV Mainz 05 noch skeptisch, was die Trainerwahl auf Urs Fischer betraf. Inzwischen hat der Schweizer dort die Herzen erobert.

Urs Fischer hat den FSV Mainz 05 in der Bundesliga wieder konkurrenzfähig gemacht.
Urs Fischer hat den FSV Mainz 05 in der Bundesliga wieder konkurrenzfähig gemacht.IMAGO/Marco Bader

Am Ort seiner wohl bittersten Niederlage mit dem 1. FC Union Berlin war Urs Fischer auch diesmal alles andere als glücklich. Im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen hatte er mit dem FSV Mainz 05 beim 1:1 am Sonnabend einen Zähler geholt. Vor dem Spiel des Abstiegskandidaten beim Champions-League-Teilnehmer hätte wohl jeder im Lager der Mainzer, auch Urs Fischer, dies als Punktgewinn verbucht. Am Ende mussten sich die Gäste aber ärgern, dass sie nach dem Führungstreffer von Sheraldo Becker ganz spät noch den Ausgleich kassiert hatten und so doch eher zwei Punkte liegenließen.

„Die Jungs sitzen enttäuscht in der Kabine. Es ist logisch, dass man nie ganz zufrieden ist, wenn man so spät den Ausgleich kassiert“, sagte der Schweizer hinterher. Bei seinem bis dato letzten Besuch in der BayArena hatte er im November 2023 eine 0:4-Niederlage mit Union kassiert, es war gleichzeitig sein letztes Spiel als Coach der Eisernen. Von einer solchen Gemengelage ist Fischer in diesen Tagen allerdings weit entfernt. Im Gegenteil.

Von seinen ersten elf Spielen hat Fischer in Mainz nur zwei verloren. Die Auswärtsniederlagen in Köln (1:2) und Dortmund (0:4) blieben Ausnahmen in einer mittlerweile echten Erfolgsserie. Selbst der wohl beliebteste Mainzer Trainer aller Zeiten, Jürgen Klopp, kassierte seinerzeit in der Saison 2000/01 drei Niederlagen in seinen ersten elf Partien als hauptverantwortlicher Chefcoach. Lediglich Kasper Hjulmand, mittlerweile Trainer in Leverkusen, und Bo Henriksen, von dem Fischer das Traineramt übernahm, konnten eine noch bessere Bilanz vorweisen.

Doch was hat sich in Mainz genau verändert? Fischer und sein Co-Trainer Markus Hoffmann haben im Winter ganz genau hingesehen und die Mannschaft auf wichtigen Positionen verstärkt. Mit Becker kam ein Schützling aus gemeinsamen Tagen bei Union von CA Osasuna zurück in die Bundesliga. Der Österreicher Stefan Posch verstärkte die Defensive, Silas Katompa Mvumpa und Phillip Tietz werteten den Angriff auf, in dem sich Benedict Hollerbach im Januar beim Auswärtsspiel in Leipzig schwer verletzt hatte. Mit einem Achillessehnenriss wird er erst in der kommenden Saison wieder eine Alternative sein.

Mainz kann international noch weit kommen

In der will Mainz weiter erst- und nicht zweitklassig an den Start gehen. Die Chancen darauf stehen nicht nur wegen der momentanen Erfolgsserie gut. Die Fans stehen geschlossen hinter dem Team, haben nach anfänglichen Zweifeln an Fischers womöglich destruktivem Fußballstil längst Gefallen am Auftreten unter der Leitung des Schweizers gefunden.

Und dann ist da noch die Lust auf anstehende Abende im Europapokal. Im Conference-League-Achtelfinale treffen die Nullfünfer auf den tschechischen Vertreter Sigma Olmütz (12./19. März). In einem möglichen Viertelfinale wäre der Sieger der Paarung zwischen Straßburg und Rijeka Mainzer Kontrahent. Den Schwergewichten im Wettbewerb, AC Florenz und Crystal Palace, würde die Fischer-Elf bis zum Finale am 27. Mai in Leipzig aus dem Weg gehen. Die Aussichten könnten schlechter sein.