Bundesliga

Tränen auf der Tribüne: Zumindest ein Berliner jubelt in der Alten Försterei

Beim Bremer Auswärtssieg in Berlin erzielte Patrice Covic sein erstes Tor in der Bundesliga. Papa Ante jubelte auf der Tribüne mit dem Filius.

Ex-Hertha-Trainer Ante Covic sah am Sonntag, wie Sohn Patrice sein erstes Bundesligator erzielte.
Ex-Hertha-Trainer Ante Covic sah am Sonntag, wie Sohn Patrice sein erstes Bundesligator erzielte.Sebastian Räppold/Matthias Koch/IMAGO

Selbst der Torhüter Mio Backhaus legte einen Sprint hin, eilte die fast 100 Meter in Richtung des gegnerischen Strafraums, um den Torschützen Patrice Covic zu beglückwünschen. Gerade hatte der 18-Jährige in seiner Heimatstadt Berlin seinen ersten Bundesligatreffer erzielt. Beim 4:1-Auswärtscoup von Werder Bremen beim 1. FC Union Berlin setzte Covic, keine zwei Minuten zuvor eingewechselt, mit der letzten Aktion der Begegnung den Schlusspunkt.

Obwohl er nur noch statistischen Wert hatte, nicht über Sieg oder Niederlage entschied, war der Treffer des kroatischen U-Nationalspielers ein ganz besonderer. „Für mich geht es nicht schöner, hier vor meiner ganzen Familie“, war Covic nach Schlusspfiff überwältigt von seinen Gefühlen. „Ich hatte heute von Beginn an ein gutes Gefühl, als ich den Ball dann über die Linie gedrückt habe, war komplett Chaos in meinem Kopf.“

Oben auf der Haupttribüne hatte Papa Ante derweil Freudentränen in den Augen. Der 50-Jährige, einst selbst Bundesligaprofi und später Trainer von Hertha BSC, wollte seine Glücksgefühle gar nicht erst unterdrücken.

Zu Beginn der Saison hatte Patrice Covic sogar schon in der Werder-Startelf gestanden, war unter Ex-Trainer Horst Steffen irgendwann allerdings kaum mehr gefragt. Dessen Nachfolger Daniel Thioune setzte Covic nun zum zweiten Mal als Joker ein, wohl wissend, dass der Youngster auf Dauer mehr draufhat. „Patrice ist sehr ehrgeizig, bietet sich im Training immer wieder an. Ich bin sicher, dass wir noch viel Freude an ihm haben werden, wenn er weiterhin so an sich arbeitet“, sagte Thioune, der nach dem 2:0 gegen Heidenheim nun auch seinen ersten Auswärtssieg als Trainer in der Bundesliga feierte.

Wie tief Covic nach seinem ersten Tor als Profi in die Tasche greifen muss, war dem jungen Mann nach Abpfiff derweil noch nicht klar. „Ich hoffe, dass ich nicht zu viel zahlen muss“, schmunzelte er. Der Moment am Sonntagabend, das wusste er, war für ihn ohnehin unbezahlbar.