54-Jähriger ging in die Politik

1. FC Union Berlin: Wer jetzt die Scouting-Aufgaben von Oliver Ruhnert übernimmt

Ende des vergangenen Jahres verließ Oliver Ruhnert den 1. FC Union Berlin. Seine Aufgaben im Scouting werden nun intern aufgefangen.

Oliver Ruhnert hat sich inzwischen in die Politik verabschiedet. Beim 1. FC Union Berlin war er jahrelang für die Transfers zuständig.
Oliver Ruhnert hat sich inzwischen in die Politik verabschiedet. Beim 1. FC Union Berlin war er jahrelang für die Transfers zuständig.Matthias Koch/imago

Letztlich war es nur eine kurze Rückkehr. Als Oliver Ruhnert Anfang des vergangenen Jahres mit dem BSW in den Wahlkampf zog, um als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2025 anzutreten, konnten sich vermutlich nur die wenigsten vorstellen, dass der einstige Erfolgsmanager noch einmal den Weg zurück zum 1. FC Union Berlin finden würde. Als das Vorhaben scheiterte, nahm der 54-Jährige im April doch noch einmal einen neuen Anlauf an der Alten Försterei. Nur um sieben Monate später dann endgültig seine Koffer zu packen.

„Der sportliche Weg unserer Männermannschaft seit 2018 hat unserem Klub einen gewaltigen Entwicklungsschub beschert. Oliver Ruhnert hatte daran einen wichtigen Anteil, und wir sind ihm sehr dankbar für seinen Einsatz in all den Jahren“, wurde Präsident Dirk Zingler am 13. November in einer Pressemitteilung zitiert, die das Aus des gebürtigen Arnsbergers verkündete.

Jahrelang war Ruhnert in erster Linie für die Transfers zuständig, die die Eisernen von der 2. Bundesliga Schritt für Schritt bis in die Champions League hievten. Vor der Teilnahme an der Königsklasse in der Saison 2023/24 holte er mit dem italienischen Europameister Leonardo Bonucci und dem damaligen deutschen Nationalspieler Robin Gosens wohl die klangvollsten Namen der Vereinsgeschichte in den Berliner Südosten.

Zuletzt arbeitete er im Hintergrund als Chefscout. Diese Position ist in den zwei Monaten nach Ruhnerts Weggang noch nicht neu besetzt worden. „Wir haben ein gutes Scouting-Team, das aktuell von Steven Pälchen geführt wird“, erklärte Zingler am Dienstag. Der 34-Jährige ist schon seit zehn Jahren im Verein, arbeitete zunächst als Videoanalyst, später im Scouting und spielte selbst aktiv Fußball beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen.

Steven Päljen (l., neben Union-Manager Horst Heldt) führt aktuell das Scouting-Team der Köpenicker an.
Steven Päljen (l., neben Union-Manager Horst Heldt) führt aktuell das Scouting-Team der Köpenicker an.Matthias Koch/imago

Unklar ist derzeit, ob die Konstellation auch künftig in dieser Form besteht. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir etwas verändern, sind aktuell aber ganz zufrieden“, sagte Zingler, um danach zu ergänzen: „Das heißt aber nicht, dass nicht doch noch etwas passiert.“

In der laufenden Winter-Transferperiode hat der 1. FC Union Berlin noch keinen neuen Spieler verpflichtet, bislang aber auch noch keinen Akteur aus dem Profikader dauerhaft abgegeben. Oluwaseun Ogbemudia wurde zu Drittligist Waldhof Mannheim ausgeliehen, Danilho Doekhi, Diogo Leite und Alex Král werden umworben. Stürmer Marin Ljubicic hat in Köpenick ebenfalls keine Zukunft. Demgegenüber steht das Interesse am Belgier Zeno Van den Bosch (Royal Antwerpen).