Letztlich war es nur eine kurze Rückkehr. Als Oliver Ruhnert Anfang des vergangenen Jahres mit dem BSW in den Wahlkampf zog, um als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2025 anzutreten, konnten sich vermutlich nur die wenigsten vorstellen, dass der einstige Erfolgsmanager noch einmal den Weg zurück zum 1. FC Union Berlin finden würde. Als das Vorhaben scheiterte, nahm der 54-Jährige im April doch noch einmal einen neuen Anlauf an der Alten Försterei. Nur um sieben Monate später dann endgültig seine Koffer zu packen.
„Der sportliche Weg unserer Männermannschaft seit 2018 hat unserem Klub einen gewaltigen Entwicklungsschub beschert. Oliver Ruhnert hatte daran einen wichtigen Anteil, und wir sind ihm sehr dankbar für seinen Einsatz in all den Jahren“, wurde Präsident Dirk Zingler am 13. November in einer Pressemitteilung zitiert, die das Aus des gebürtigen Arnsbergers verkündete.
Jahrelang war Ruhnert in erster Linie für die Transfers zuständig, die die Eisernen von der 2. Bundesliga Schritt für Schritt bis in die Champions League hievten. Vor der Teilnahme an der Königsklasse in der Saison 2023/24 holte er mit dem italienischen Europameister Leonardo Bonucci und dem damaligen deutschen Nationalspieler Robin Gosens wohl die klangvollsten Namen der Vereinsgeschichte in den Berliner Südosten.
Zuletzt arbeitete er im Hintergrund als Chefscout. Diese Position ist in den zwei Monaten nach Ruhnerts Weggang noch nicht neu besetzt worden. „Wir haben ein gutes Scouting-Team, das aktuell von Steven Pälchen geführt wird“, erklärte Zingler am Dienstag. Der 34-Jährige ist schon seit zehn Jahren im Verein, arbeitete zunächst als Videoanalyst, später im Scouting und spielte selbst aktiv Fußball beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen.

Unklar ist derzeit, ob die Konstellation auch künftig in dieser Form besteht. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir etwas verändern, sind aktuell aber ganz zufrieden“, sagte Zingler, um danach zu ergänzen: „Das heißt aber nicht, dass nicht doch noch etwas passiert.“


