Nächster Gegner in der Bundesliga

1. FC Union Berlin: Social-Media-Abteilung macht sich über Augsburg lustig

Drei Tage vor dem Spiel beim FC Augsburg hat der 1. FC Union Berlin via Social Media einen ersten Gruß in Richtung des nächsten Gegners geschickt.

Steffen Baumgart gastiert mit dem 1. FC Union Berlin am Donnerstag in Augsburg.
Steffen Baumgart gastiert mit dem 1. FC Union Berlin am Donnerstag in Augsburg.IMAGO/O.Behrendt

Am Donnerstag (20.30 Uhr) beschließt der 1. FC Union Berlin die Hinrunde der Fußball-Bundesliga mit der Partie beim FC Augsburg. Während die Köpenicker beim 2:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 zwar nur einen Punkt holten, dafür aber in den Schlussminuten mit großer Moral noch einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachten, misslang den Augsburgern der Pflichtspielstart ins neue Jahr komplett: Bei Borussia Mönchengladbach unterlag die Mannschaft von Trainer Manuel Baum mit 0:4 (0:3).

Als wäre die heftige Pleite nicht schon genug, gab's am Montag auch aus dem Südosten der Hauptstadt einen ersten verbalen Seitenhieb. Auf X schrieb Union: „Woche fühlt sich bisschen nach UNION INTERNATIONAAAL an ...“ Anbei postete der Klub zwei Fotos des Kolosseums in Rom.

Hintergrund: Schon seit einiger Zeit spielt der nächste Union-Gegner mit dem „Römer“-Image und verweist immer wieder auf direkte Bezüge der Stadt mit dem alten Rom. Augusta Vindelicum ist der römisch-antike Name Augsburgs. Kulturreferent Jürgen K. Enninger schätzte erst Ende des vergangenen Jahres, dass erst fünf Prozent der alten Römerstätte freigelegt wären, es in und um Augsburg also noch eine Menge auszugraben gäbe.

Der Verein präsentierte zu Saisonbeginn beispielsweise das Römertrikot, das laut dem FCA an die „römischen Wurzeln der Stadt“ erinnern soll. Seit vergangenem Sommer präsentiert sich auch der Spielertunnel, durch den die Mannschaften auf den Platz gelangen, in neuem Look. „Der Wunsch der Modernisierung bestand bereits seit längerer Zeit. (...) Das Ergebnis der Neugestaltung ist beeindruckend – der neue Spielertunnel im Römerlook überzeugt durch stilvolles Design, viel Liebe zum Detail und passt hervorragend zu unserem Klub“, erklärte Geschäftsführer Michael Ströll dazu.

In der Bundesliga wird die Historie, die sich nun auch der Fußballverein zunutze gemacht hat, allerdings nicht wirklich ernst genommen. Ganz besonders der FSV Mainz 05 hatte zu Saisonbeginn vor dem Gastspiel in Augsburg ebenfalls via Social Media gestichelt: „Also wir haben ja in Mainz das Römische Theater. Sollen wir jetzt auch so ein Tor in den Spielertunnel bauen?“ Und weiter: „Welche Stadt in Deutschland ist eigentlich nicht mal von den Römern angefasst worden?“

Grundsätzlich darf der erste verbale Giftpfeil aus Köpenick aber als nette Stichelei verstanden werden. Seit einigen Jahren verbindet beide Vereine das Projekt „Augsburg Calling“. Bereits bei der erstmaligen Veranstaltung in der Spielzeit 2009/10, seinerzeit noch in der 2. Bundesliga, wurden Gäste beider Vereine offiziell durch Vertreter der Stadt im Augsburger Rathaus empfangen. Seitdem treffen sich Fans beider Klubs immer wieder rund um die Partie zu einem bunten Rahmenprogramm.