Das bisher letzte Aufeinandertreffen vom 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt war ein spektakuläres. 4:3 gewannen die Eisernen am vierten Spieltag, in keinem anderen Spiel der Saison schoss das Team von Trainer Steffen Baumgart so viele Tore. Überhaupt ist die Quote der Eisernen gegen ihren nächsten Gegner im Freitagsspiel der Bundesliga (20.30 Uhr) beeindruckend.
Baumgart und 1. FC Union Berlin: Lieblingsgegner Eintracht
Seit dem Abgang von Urs Fischer hat Union nicht mehr gegen die Hessen verloren, seit Steffen Baumgart da ist, sogar in zwei Spielen zweimal gewonnen. Schon als Trainer des 1. FC Köln blieb Baumgart gegen die Eintracht unbesiegt. In fünf Duellen unter seiner Führung gab es drei Unentschieden und zwei Siege für den Effzeh. Auch auf die nächste Partie freute sich der Trainer bei der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Es sind Spiele, die Spaß machen, die mit viel Euphorie und Mut zu führen sind“, sagte er.
Warum es gegen die Eintracht so gut läuft, konnte Baumgart nicht erklären: „Keine Ahnung“, sagte er und erwiderte: „Ich bin mir relativ sicher, dass Frankfurt mir nicht besser liegt als andere Mannschaften, gegen die ich noch nicht gewonnen habe.“ Beide Siege mit Union über Frankfurt seien außerdem sehr eng gewesen, „und einen Tag später war ich immer gesperrt“, fügte Baumgart hinzu. Einmal hatte er sich eine Gelbsperre eingehandelt, im Hinspiel, beim 4:3-Erfolg seines Teams, war er mit Rot vom Platz geflogen. „Ich hoffe, dass ich das diesmal vermeiden kann.“
Frankfurt kommt mit neuem Trainer Albert Riera
Die Ausgangslage am Freitag ist für den 1. FC Union Berlin eine neue: Noch nie haben die Eisernen in der Bundesliga gegen eine Mannschaft gespielt, deren Trainer gerade sein Pflichtspieldebüt für den Klub gibt. Seit Montag hält der Spanier Albert Riera die Zügel in der Hand und will den Verein aus der Krise führen. „Ich will den Spielern Lösungen geben, damit sie in jeder Situation wissen, was zu tun ist“, sagte er bei seiner Vorstellung.

Die wird Frankfurt brauchen, denn genau wie Union ist die Eintracht im Jahr 2026 noch sieglos, verlor zuletzt sogar viermal in Serie. Riera ist trotz der schwierigen Lage euphorisch: „Es ist wie mit einer neuen Freundin, ich habe Schmetterlinge im Bauch.“ Einen Fokus will er zunächst auf die Defensive legen. „Wir wissen alle, dass wir zu viele Gegentore bekommen haben. Wir müssen besser verteidigen“, erklärte er bei seinem Amtsantritt.
Bis zum Duell im Stadion An der Alten Försterei hat er nur wenig Zeit, Dinge zu verändern. Trotzdem hofft er, „dass man schon im nächsten Spiel einen neuen Stil, eine neue Identität sieht“. Auch die Eisernen habe er bereits analysiert, erklärte der ehemalige Spieler vom FC Liverpool: „Wir erwarten ein hartes Spiel, wir müssen bereit für ihre Aggressivität und die Atmosphäre sein.“
Jene Aggressivität bringt Siera auch gerne selbst mit an die Seitenlinie. Angesprochen auf ein mögliches Duell am Spielfeldrand, wies Baumgart aber den Vorwurf von sich, nicht gerade für Ruhe bekannt zu sein. „Das täuscht. Ich bin sehr ruhig. Wenn ich wirklich explodieren würde, sähe es ganz anders aus“, sagte er.
Baumgart hat sich Spiele von Rieras Mannschaften angeschaut
Und wie gut kennt Baumgart seinen künftigen Kontrahenten an der Seitenlinie schon? „Wir haben uns die Situationen angeguckt, wie er bei anderen Mannschaften gespielt hat. Es ist aber die Frage, ob das überhaupt umsetzbar ist“, sagte Baumgart.
Die Übersicht:
Sonntag | 08.03.2026 | 17.30 Uhr
1. FC Union Berlin : SV Werder Bremen
Sonntag | 15.03.2026 | 17.30 Uhr
SC Freiburg : 1. FC Union Berlin
Sonnabend | 21.03.2026 | 15.30 Uhr
FC Bayern München : 1. FC Union Berlin
Viel verändern wird er durch den Trainerwechsel beim Gegner also wohl nicht. „Erst mal haben wir die gleichen Abläufe, die für uns wichtig sind. Und dann bereiten wir uns auf Eintracht Frankfurt vor, nicht auf den Trainer“, erklärte der Union-Coach.

Gelingt dem FCU ein Sieg, würde er nach Punkten mit den Tabellennachbarn aus Frankfurt und zumindest bis zum Sonnabend auch mit dem SC Freiburg gleichziehen. Der steht derzeit auf Platz sieben, der im Normalfall genügt, um sich für den Europapokal zu qualifizieren.
Doekhi und Leite bleiben: „Ich war nicht unruhig“
Gleichzeitig muss der Blick aus Union-Sicht auch nach unten gehen. Schließlich ist der Abstand auf den Relegationsplatz in den vergangenen Wochen auf sechs Punkte geschrumpft. Dort steht derzeit der 1. FSV Mainz 05, der einen echten Lauf hat, seit Urs Fischer das Amt übernommen hat.


