Bundesliga

1. FC Union Berlin: Nächster Sommer-Transfer steht fest

Noch sind drei Spiele zu absolvieren, doch im Hintergrund nimmt der Kader des 1. FC Union Berlin für die neue Saison erste Konturen an.

Manager Horst Heldt hat beim 1. FC Union Berlin auch in diesem Sommer alle Hände voll zu tun.
Manager Horst Heldt hat beim 1. FC Union Berlin auch in diesem Sommer alle Hände voll zu tun.Michael Taeger/imago

Noch ist nicht abschließend geklärt, ob der 1. FC Union Berlin auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga spielen wird. Drei Spieltage vor Zieleinlauf deutet aber alles darauf hin, dass die Köpenicker für ein achtes Jahr in Folge im Oberhaus planen können. Am vergangenen Freitag setzte es bei RB Leipzig zwar eine 1:3-Niederlage, weil aber die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ebenfalls gar nicht oder nur einfach punkteten, hat sich die Ausgangssituation sogar verbessert.

Im Sommer wird es in der Mannschaft einen Umbruch geben. Wie viele Spieler den Verein verlassen werden, ist zwar noch nicht vollständig abzusehen, dafür sind es entscheidende Akteure der letzten Jahre, die sich für die Zukunft eine neue Herausforderung suchen. Danilho Doekhi und Diogo Leite gehen wegen ihrer auslaufenden Verträge ablösefrei. Beide Abgänge tun weh, hatten sich aber schon seit langer Zeit angedeutet. Borussia Dortmund soll an einer Verpflichtung von Doekhi interessiert sein, potenzielle neue Arbeitgeber gibt es für den 27-Jährigen aber auch im Ausland.

Für Ersatz hat Manager Horst Heldt bereits gesorgt. Zeno Van den Bosch kommt von Royal Antwerpen an die Alte Försterei, ein Verteidiger, der bei seinem aktuellen Klub unumstrittener Stammspieler ist. Mit Marvin Friedrich hat Union nun einen weiteren Defensivspieler verpflichtet, wobei diese Personalie die Anhänger ganz besonders emotionalisieren wird.

Friedrich absolvierte zwischen 2018 und 2022 in vier Jahren 141 Pflichtspiele für die Eisernen, erzielte beispielsweise das letztlich entscheidende Tor in der Aufstiegs-Relegation gegen den VfB Stuttgart im Mai 2019 und war auch in der Bundesliga feste Größe im Team des damaligen Trainers Urs Fischer. Seine Defensivqualitäten, aber auch seine Torgefährlichkeit bei Standardsituationen machten ihn sogar interessant für die deutsche Nationalmannschaft. Bis heute kam es allerdings nicht zum Debüt in der DFB-Elf, weil sich Friedrich mit seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach vor viereinhalb Jahren ordentlich verzockte.

Bei Borussia Mönchengladbach waren die Dienste von Marvin Friedrich nur selten gefragt.
Bei Borussia Mönchengladbach waren die Dienste von Marvin Friedrich nur selten gefragt.Noah Wedel/imago

Adi Hütter, Daniel Farke, Gerardo Seoane oder aktuell Eugen Polanski – unter keinem Gladbach-Trainer konnte sich der inzwischen 30-Jährige nachhaltig durchsetzen. In der laufenden Saison spielte er nur noch einmal über die vollen 90 Minuten, ausgerechnet beim Gastspiel an der Alten Försterei, das Gladbach im Herbst vergangenen Jahres mit 1:3 verlor. Gleich bei zwei Gegentoren sah er nicht gut aus, unter Polanski kam bis heute kein weiterer Einsatz von Beginn an hinzu. Eine Ablöse wird für den 1. FC Union Berlin nicht fällig, weil Friedrichs Vertrag am Niederrhein zum 30. Juni ausläuft.

Die Hoffnung ist groß, dass Friedrich, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, an seine früher gezeigten Leistungen anknüpfen kann. Auch wegen seiner Umsichtigkeit und kompromisslosen Zweikampfführung stellten die Berliner zeitweise die beste Defensive der Liga, qualifizierten sich so mit dem Abwehrchef 2021 für die Conference League. Im Winter soll auch der FSV Mainz 05 Interesse an Friedrichs Diensten gehabt haben, Gladbach wollte im Abstiegskampf allerdings keinen direkten Konkurrenten stärken. Am Ende holten die Rheinhessen, bei denen zu diesem Zeitpunkt gerade Urs Fischer das Traineramt übernommen hatte, Stefan Posch zurück in die Bundesliga. Friedrich blieb in seiner Reservistenrolle bei der Borussia.

Fünf Spieler für die Dreierkette

Mit Leopold Querfeld, Oluwaseun Ogbemudia, der aktuell an Drittligist Waldhof Mannheim ausgeliehen ist, Van den Bosch und Friedrich hat Union damit vier Spieler im künftigen Aufgebot, die sich um die Plätze in der Dreierkette duellieren. Darüber hinaus soll Stanley Nsoki, der bis Saisonende von der TSG Hoffenheim ausgeliehen ist, fest verpflichtet werden. Im Kraichgau hat Nsoki sportlich keine Zukunft mehr, bei Union hinterließ er bislang aber auch alles andere als einen sicheren Eindruck.

Keinen neuen Stand gibt es in der Personalie Rani Khedira. Der Vize-Kapitän liebäugelt mit einem Wechsel im Sommer, vor allem die laufende Saison hat den 32-Jährigen in ihrer Entwicklung arg frustriert. Union hofft noch, dass sich Khedira für einen Verbleib entscheidet und unter dem neuen Trainer weiterhin eine Führungsrolle einnimmt.