Im Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Heidenheim lief gerade die 15. Spielminute, da hielt ein Großteil der Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei den Atem an. Was war passiert? In einer Spielszene im Strafraum der Gäste prallten die Heidenheimer Profis Niklas Dorsch und Julian Niehues mit ihren Köpfen gegeneinander. Während Dorsch relativ schnell wieder stand, blieb Letzterer minutenlang am Boden liegen. Schiedsrichter Patrick Ittrich musste die Begegnung fast sechs Minuten unterbrechen, ehe Niehues wieder auf beiden Füßen stand und überraschend weiterspielen konnte.
Während die medizinische Betreuung beider(!) Vereine sich um die Heidenheimer Spieler kümmerte, stimmten die Union-Fans hinter dem Tor auf der Waldseite geschmacklose Gesänge an. „Steh auf, Du Sau!“, hallte es mehrfach unüberhörbar in Richtung der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Viele andere Union-Anhänger im Stadion auf der Haupt- und Gegentribüne quittierten diese Entgleisung mit lauten Pfiffen.
Sofort dürfte vielen Beteiligten eine fast vergleichbare Szene aus dem Union-Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am 4. Oktober dieses Jahres in den Kopf gekommen sein. Seinerzeit war Alejandro Grimaldo ganz übel mit seinem Mitspieler Christian Kofane in der Luft zusammengestoßen. Auch der Spanier musste lange behandelt und anschließend mit einer Trage vom Platz gebracht werden, auch da quittierten etliche Union-Anhänger aus dem Gästeblock dies mit unschönen Gesängen.
Steffen Baumgart schritt in Leverkusen energisch ein
Sogar Steffen Baumgart musste die eigenen Fans zur Vernunft aufrufen. „Wir alle sind emotional – und zwar alle Blöcke. Die Situation war sehr weit weg. Deswegen haben sie nicht erkannt, dass da mehr passiert ist. Den Hinweis habe ich ihnen gegeben. Dann haben sie auch aus meiner Sicht die richtige Reaktion gezeigt. Darüber bin ich froh“, sagte der Trainer des 1. FC Union Berlin im Anschluss auf der Pressekonferenz.


