Boris Palmer will nicht in die Landespolitik wechseln. Wie der parteilose Kommunalpolitiker der Deutschen Presse-Agentur sagte, habe er den Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir darüber informiert, dass er sein Amt in Tübingen behalten wolle. Damit bestätigte Palmer einen Bericht der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. Zuvor war immer wieder darüber spekuliert worden, dass er einen Ministerposten in einer möglichen Landesregierung übernehmen könnte.
Der 53-Jährige ist seit 2007 Oberbürgermeister von Tübingen. Zuvor saß er für die Grünen im baden-württembergischen Landtag. Über Jahre galt Palmer auch als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Nach mehreren parteiinternen Konflikten und Kontroversen verließ er 2023 jedoch die Grünen.
Bevölkerung sieht Palmer in größerer Rolle
Im Wahlkampf hatte Özdemir demonstrativ den Kontakt zu Palmer gesucht. Der frühere Grünen-Politiker, der heute parteilos ist, hatte dem Spitzenkandidaten wiederholt Unterstützung zugesichert und ihm auch Beratung angeboten. Zu möglichen Regierungsplänen äußerte sich Palmer allerdings lange nicht eindeutig.
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa zeigt, dass ein Teil der Bevölkerung im Südwesten sich eine größere Rolle Palmers vorstellen könnte. 39 Prozent der Befragten befürworteten demnach ein Amt für ihn in der Landespolitik nach der Wahl. 18 Prozent sprachen sich dagegen aus. Jeweils 21 Prozent gaben an, keine Meinung zu haben oder Palmer nicht zu kennen.
Vorbehalte innerhalb der Partei
Zuletzt hatte Palmer mehrfach signalisiert, sich eine Rückkehr zur Partei grundsätzlich vorstellen zu können. Auch aus der Grünen-Spitze kamen gelegentlich versöhnliche Töne. Özdemir erklärte etwa, er wünsche sich einen Weg, der Palmer eine Rückkehr ermögliche. Kretschmann äußerte ebenfalls, eine Rückkehr wäre „schön“.


