Müsste man das politische Serbien auf eine Person umdeuten, wäre der Seiltänzer mit Sicherheit eine ganz treffende Zuschreibung. Zwischen den sozialistischen Hochhäusern in Novi Beograd, dem brutalistisch geprägten Außenbezirk der serbischen Hauptstadt, balanciert der Akrobat von einer Seite zur anderen, so wie es gerade passt, ohne sich vollständig einer Seite zuzuwenden. Zwischen der EU, Russland, China, der Türkei und zahlreichen weiteren globalen Playern laviert die politische Führung in Belgrad. Es ist ein komplexes Spiel, das Serbien zwar geopolitisch derzeit gewisse Freiheiten verschafft, langfristig jedoch auch vielfältige, besonders innenpolitische, Spannungen birgt.

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