Sanktionierter Journalist

Nach EU-Sanktionen: Bank verlängert Kontosperrung von Berliner Journalisten

Die Kontosperre gegen den Berliner Journalisten geht weiter. Trotz Notlage gewährt das Gericht der Comdirect mehr Zeit – während Doğrus Kinder ohne Nahrung dastehen.

Hüseyin Doğru steht seit Mai 2025 auf der EU-Sanktionsliste, da er angeblich Russland-Propaganda betreibt.
Hüseyin Doğru steht seit Mai 2025 auf der EU-Sanktionsliste, da er angeblich Russland-Propaganda betreibt.Ahmad Al Bazz

Der Berliner Journalist Hüseyin Doğru befindet sich inzwischen in der zweiten Woche ohne jeglichen Zugriff auf Geld. Die Bank Comdirect hat ihm nicht nur das Konto gesperrt, sondern auch den Zugang zu einem zuvor genehmigten Existenzminimum in Höhe von 506 Euro blockiert. Seit zehn Tagen könne er seine drei Kinder, darunter zwei Neugeborene, nicht einmal mehr mit dem Nötigsten wie Nahrung versorgen – trotz Intervention seines Anwalts, so Doğru.

Hintergrund ist, dass Doğru seit Mai 2025 auf einer EU-Sanktionsliste steht. Die Maßnahmen begründet Brüssel damit, dass er mit seiner propalästinensischen journalistischen Arbeit „ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ schüre und damit angeblich „destabilisierende Aktivitäten Russlands“ unterstütze. Konkrete Belege für eine Verbindung nach Moskau hat die EU bislang nicht öffentlich vorgelegt.

Berliner Zeitung

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