Am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte liegt eine spürbare Anspannung in der Luft. Vor dem Kino Babylon stehen sich am Montagabend zwei Gruppen gegenüber, getrennt durch ein breites Polizeiaufgebot. Rund 50 Demonstrierende haben sich auf der einen Seite versammelt, sie zeigen sich solidarisch mit Francesca Albanese und Gaza. Ein großes Transparent spannt sich über ihre Köpfe: „One genocide does not justify another“. Immer wieder skandieren sie „Free, free Palestine“ und „Hoch die internationale Solidarität“.
Wenige Meter weiter: nahezu gleich viele Menschen auf der Gegenseite. Sie protestieren gegen den Auftritt der UN-Sonderberichterstatterin für Palästina. Es ist eine ungewöhnliche Mischung, die sich hier versammelt hat: Israelische und ukrainische Flaggen wehen nebeneinander, dazu die Fahne des iranischen Schah-Regimes und ein Banner der FDP, die unter dem Motto „Keine Bühne für Antisemitismus im Babylon!“ zum Protest aufgerufen hat. Rufe wie „Terroristen raus aus Berlin“ und „Islamisten raus aus Berlin“ hallen über den Platz.

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