Als Mark Carney im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprach, war schnell klar, dass diese Rede über den Tag hinausweisen würde. Der kanadische Premier stellte nämlich das Selbstverständnis des Westens infrage.
Die „regelbasierte internationale Ordnung“, so Carney, sei zwar jahrzehntelang beschworen, tatsächlich aber „unvollkommen“ und „selektiv“ angewandt worden. Das Völkerrecht sei je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers unterschiedlich streng durchgesetzt worden, sagte Carney. Diese Fiktion habe unter amerikanischer Hegemonie funktioniert. Nun tue sie es nicht mehr.

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an
Doch lieber Print? Hier geht's zum Abo Shop
