Die Welt der Schlagermusik ist eine konservative. Nach außen wird hier von jeher die heile Welt vorgekaukelt und außer in den Songtexten von Stars wie Helene Fischer, Andrea Berg oder Andy Borg gibt weder Betrug noch Sucht noch Skandale. Die Images sind glatt poliert und nahbar.
Schlägerei im Hotel
Das jemand aus der allerersten Riege der Schlagerstars negative Schlagzeilen macht, ist selten. Stefan Mross galt lange als der Vorzeige-Sänger der Branche, skandalfrei, herzlich und ohne Tadel. Am Sonntag moderierte er die neue Staffel der ARD-Unterhaltungssendung „Immer wieder sonntags“, was keine Selbstverständlichkeit ist.
Zuletzt hatte es beim zuständigen Südwestrundfunk (SWR) Diskussionen darüber gegeben, ob Mross, der selbst als Schlagersänger regelmäßig in deutschen aber auch in seiner eigenen TV-Sendung auftritt, „Immer wieder sonntags“ weiter moderieren darf. Hintergrund war ein Strafbefehl nach einer Schlägerei in einem Leipziger Hotel, den der 47-Jährige akzeptierte. Mross bedankte sich am Ende der Sendung für das Vertrauen des Senders und seines Teams, ohne auf den Vorfall und die sich anschließende Debatte einzugehen.
In der Bild-Zeitung hatte sich Mross vor einigen Wochen zu den Vorwürfen geäußert: Der junge Mann habe ihn zunächst bei einem Abendessen im Hotel-Restaurant als „Schlagerfuzzi“ und „Playback-Künstler“ beleidigt und beschimpft. Als er dem Sänger dann zum Zimmer gefolgt sei und sich weiter über ihn lustig gemacht habe, habe Mross ihn am Hemdkragen gepackt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich so etwas mache, ist gleich null. Aber der Typ ging mir gehörig auf die Nerven“, sagte Mross damals. „Mit mir sind einfach die Pferde durchgegangen. Darauf bin ich nicht stolz.“


