Urlaub

Alkoholleichen in der Altstadt: Kroatien-Urlauber riskieren horrende Strafen

Wie andere Urlaubsorte wehrt sich auch die Hafenstadt Split gegen den ausufernden Alkohol-Tourismus. Urlaubern drohen nun empfindliche Bußgelder.

Flanieren in Split: Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen.
Flanieren in Split: Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen.Pixsell/imago

Kroatien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen entwickelt. In Dubrovnik, Split oder Pula genießen sie die glasklare Adria, an den Plitvicer Seen die atemberaubende Natur, in der Hauptstadt Zagreb das kulturelle Angebot.

Doch einigen Kroaten sind die Massen an Touristen – besonders während der Sommersaison – aus Deutschland, Österreich oder Großbritannien ein Dorn im Auge. Ob Alkoholleichen in den Altstädten, vermüllte Gassen oder unrühmliches Verhalten in der Öffentlichkeit: Kroatische Behörden wollen das mit horrenden Strafen ahnden.

Eine Urlauberin bekam den neuen Strafenkatalog nun zu spüren. „Das hier? Das ist nur ein 150-Euro-Strafzettel für Trinken auf der Straße in Kroatien“, sagt sie in einem Video auf ihrem TikTok-Kanal. Sie warnt andere Kroatien-Urlauber vor den hohen Bußgeldern: „Passt auf Leute, die Regeln haben sich geändert.“ Das Video ging in den sozialen Medien viral.

@boatpartysplit Dont get me wrong, I absolutely respect the rules of this wonderful country, however when I get fined €150 in the 3 metre walk from the inside bar to the tables outside.. i think it kinda sucks 🫤 #split #croatia #boatparty #foryou #fyp #europeansummer ♬ original sound - Split Boat Party 🇭🇷

Während sich einige User über das harte Durchgreifen der kroatischen Polizei schockiert zeigen, vermuten andere, die Urlauberin trügen eine Mitschuld. „Du musst schon sehr wild sein, um das zu bekommen, es passiert so gut wie nie“, heißt es in den Kommentaren unter besagtem TikTok-Video. Angeblich habe die Frau nur für eine kurze Zeit mit einem Cocktail außerhalb der Bar gestanden, als die Kontrolleure auf sie zugekommen seien. Auch andere Touristen seien von den Polizisten bestraft worden.

Neuer Strafenkatalog nach balinesischem Vorbild

Die Hafenstadt an der Dalmatinischen Küste unternimmt ähnlich wie die Touristenhochburgen Amsterdam, Palma de Mallorca, Barcelona oder Bali noch weitere Schritte, um ein attraktives Reiseziel zu bleiben – auch für jene Reisenden, die nicht über die Stränge schlagen. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Touristen-Leitfaden. „Split soll ein nachhaltiges Reiseziel sein, an dem sowohl Bürger als auch Reisende aller Altersgruppen und Interessen zufrieden sind“, schreibt die Stadtverwaltung auf ihrer Homepage.

Das Urinieren in der Öffentlichkeit wird beispielsweise mit 300 Euro bestraft. Auch für das Baden in öffentlichen Brunnen, das Klettern auf historische Denkmäler oder das Tragen von Badebekleidung im Stadtgebiet zieht eine 300-Euro-Buße nach sich. Das Erbrechen in der Altstadt von Split, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird mit 150 Euro geahndet. Die örtliche Polizei sowie das Ordnungsamt sollen besonders in der Urlaubssaison häufiger in der Innenstadt patrouillieren und die Strafen aussprechen können. Passen Sie also auf!