Iran-Krieg

Aussage bei Markus Lanz: Leiter der Spritpreis-Taskforce war von Maßnahme der Regierung „überrascht“

Die Maßnahmen zur Entlastung angesichts der hohen Spritpreise sorgen für heftige Diskussionen. Bei Markus Lanz war der Leiter der Taskforce zu Gast und sorgte für Verwunderung.

Sepp Müller (CDU) war am Dienstagabend bei Markus Lanz zu Gast.
Sepp Müller (CDU) war am Dienstagabend bei Markus Lanz zu Gast.Michael Kappeler/dpa

Die schwarz-rote Bundesregierung steht wegen ihres Entlastungspakets gegen die hohen Energiepreise unter erheblichem Druck.  In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Dienstagabend diskutierten die Gäste über die unterschiedlichen Ansätze, die Bürger zu entlasten. CDU-Fraktionsvize Sepp Müller, zugleich Leiter der „Taskforce Spritpreise“ der Regierungskoalition, geriet dabei wiederholt in Erklärungsnot.

Auslöser der Debatte war ein offener Konflikt zwischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am vergangenen Wochenende. Klingbeil hatte Reiche zu einem Gipfeltreffen eingeladen – die Ministerin lehnte ab und gab stattdessen eine eigene Pressekonferenz, auf der sie die Vorschläge des SPD-Ministers als zu teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig kritisierte.

Lanz konfrontiert Politiker: „Was ist das für ein Vorbild?“

Anna Lehmann, Leiterin des Parlamentsbüros der taz, sagte: „Das ist schon feinste Ampelkrise, wie wir sie eigentlich nicht mehr erleben wollten“, sagte Lehmann.

Müller widersprach der Darstellung. Die Ministerin habe „davor und danach wichtige Termine mit Wirtschaftsvertretern“ gehabt. Moderator Lanz gab sich damit nicht zufrieden und fragte: „Was gibt das für ein öffentliches Bild ab?“ Er drängte Müller mehrfach, den abgesagten Termin zwischen Klingbeil und Reiche zu erklären, doch der Politiker verwies stattdessen auf den Kanzler.

Lehmann hielt dagegen: „Herr Müller, Sie reden ja jetzt etwas schön!“ Merz sei mit dem Versprechen der Marktliberalität gewählt worden – „und nun macht der Koalitionspartner Vorschläge, die genau das Gegenteil sagen“.

Das Entlastungspaket der Koalition sieht eine Senkung der Energiesteuer um rund 17 Cent pro Liter für zwei Monate vor. Müller selbst zeigte sich gespalten: „Ich persönlich hätte mir zielgerichtetere Maßnahmen vorstellen können. Das ging aber in der kurzen Zeit nicht“. Zielgerichtetere Alternativen wie Direktzahlungen an bedürftige Haushalte hätten einer längeren Vorbereitung bedurft.

Für Irritation sorgte auch die geplante steuerfreie 1000-Euro-Prämie, die Arbeitgeber an Beschäftigte auszahlen können sollen. Müller gab offen zu, davon „überrascht“ worden zu sein. „Ich als Arbeitgeber wäre in der aktuellen wirtschaftlichen Situation dagegen, das zu zahlen“, sagte er. Er habe „dafür geworben, dass im öffentlichen Dienst diese 1000 Euro nicht gezahlt werden“. Lanz reagierte fragte nach: „Was ist denn das für ein Vorbild? Sie machen so einen Vorschlag und sagen aber gleich schon mit als Bedienungsanleitung: Wir als Staat halten uns da raus“.