Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter haben mehrere Politiker neue Maßnahmen für eine verbesserte Sicherheit in Zügen des öffentlichen Nahverkehrs gefordert. In der Debatte gab es zuletzt Forderungen, Ausweiskontrollen in Zügen weniger stark durchzuführen.
„Wir haben festgestellt, dass die Identitätskontrollen Auslöser für erhebliche Grundaggressivität sind“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) dem Handelsblatt. Das bestätigte der Chef der Polizeigewerkschaft GdP, Andreas Roßkopf. Er unterstütze daher die Idee, das Deutschlandticket einheitlich zu gestalten und mit einem Foto zu versehen.
„Man könnte die Gewalt um etwa 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichtet“, so Schnieder. Denkbar wären bloße Stichprobenkontrollen wie in U- und S-Bahnen, die von größeren Mitarbeiterteams durchgeführt würden. „Oder Sie kontrollieren bereits am Bahnsteig, wie es andere Länder machen“,
Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Bodycams ab März
Diesen Vorschlag hatte am Sonntag der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) gemacht. „Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen“, sagte er im „Bericht aus Berlin“ der ARD. Oft müssten Zugbegleiter deshalb nach einem Ausweis der Reisenden fragen, wodurch es zu „eskalierenden Momenten“ komme. Ein einheitliches Deutschlandticket mit Foto könne diese Problematik lösen. Die Umsetzung koste „nicht viel Geld“, die Forderung könne schnell umgesetzt werden. Schweitzer schlug vor, das Thema Zugsicherheit bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz am 5. März auf die Tagesordnung zu setzen.
Polizistenvertreter Roßkopf sagte der Rheinischen Post vom Montag, dass „immer wieder die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei zu diesem Personenabgleich hinzugezogen werden“. Die Personalisierung insbesondere von Abo-Fahrkarten sei daher „sinnvoll“.
Auslöser der Debatte war der Tod eines Zugbegleiters nach einem Angriff. Anfang Februar war der 36-Jährige von einem Schwarzfahrer in Rheinland-Pfalz lebensbedrohlich verletzt worden, er starb später im Krankenhaus. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Bahn entschied bereits, dass ab dem 1. März in den Regionalbahnen die verpflichtende Ausweiskontrolle im Rahmen der Ticketkontrolle entfällt. Eine Ausweiskontrolle liegt dann im Ermessen des prüfenden Mitarbeiters.


