Diplomatie

Visa-Streit mit Washington: Lula verweigert Trump-Berater Beattie die Einreise

Brasilien entzieht Darren Beattie ein Einreisevisum. Präsident Lula fordert zunächst die Freigabe der Visa für den brasilianischen Gesundheitsminister und dessen Familie.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva stoppte die Einreise des Trump-Beraters Darren Beattie.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva stoppte die Einreise des Trump-Beraters Darren Beattie.Wilton Junior/imago

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat dem Trump-Berater Darren Beattie die Einreise nach Brasilien untersagt. Lula verknüpfte den Schritt unmittelbar mit einem laufenden Konflikt mit Washington: Beattie dürfe erst dann ins Land kommen, wenn die USA die Visa von Gesundheitsminister Alexandre Padilha sowie dessen Frau und Tochter wieder freigeben. Das erklärte der Präsident am Freitag bei einem öffentlichen Termin in Rio de Janeiro.

Das brasilianische Außenministerium Itamaraty entzog Beattie daraufhin das Visum. Laut brasilianischen Medienberichten begründete die Behörde den Widerruf damit, dass Beattie in seinem Visumantrag relevante Angaben ausgelassen oder falsch dargestellt habe.

Darren Beattie ist ein Trump-Vertrauter mit beratender Funktion für die Brasilien-Politik in Washington. Zuvor war er als rechtskonservativer Publizist tätig und arbeitete in Trumps erster Amtszeit zeitweise als Redenschreiber im Weißen Haus.

Gericht untersagt Besuch bei Bolsonaro

Ein brasilianischer Regierungsvertreter verwies gegenüber der Nachrichtenagentur AP zudem auf eine Falschdarstellung des Reisezwecks. Das Vorgehen Brasiliens stützt sich damit sowohl auf Lulas politische Entscheidung als auch auf eine formale Grundlage im Antragsverfahren.

Der Konflikt hatte sich bereits am Vortag zugespitzt: Am 12. März untersagte Brasiliens Oberstes Gericht Beatties geplanten Besuch bei dem inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Außenminister Mauro Vieira hatte das Vorhaben zuvor als mögliche Einmischung in innere Angelegenheiten Brasiliens bezeichnet.

US-Präsident Trump bezeichnet das Verfahren gegen Jair Bolsonaro als politische Verfolgung. Tatsächlich ist Bolsonaro wegen seiner Beteiligung an einem Umsturzkomplott nach der Präsidentenwahl 2022 verurteilt worden; Brasiliens Oberstes Gericht verhängte im September 2025 eine Haftstrafe von 27 Jahren und drei Monaten.

Lula ließ sich Liste betroffener Brasilianer vorlegen

Wie die brasilianische Zeitung Folha de S. Paulo berichtete, ließ sich Lula vor seiner Entscheidung eine Liste von Brasilianern vorlegen, die von der Trump-Regierung mit Visa-Einschränkungen oder anderen Maßnahmen belegt worden waren. Erst nach Sichtung dieser Aufstellung habe der Präsident den Gegenschritt eingeleitet.

Das deutet darauf hin, dass Brasília die Maßnahme nicht als spontane Reaktion versteht, sondern als kalkulierte Antwort auf ein Muster von US-Restriktionen gegen brasilianische Staatsbürger. Die Trump-Regierung belegte Brasilien im Streit um Bolsonaro mit mehreren Maßnahmen, darunter Visa-Beschränkungen, Sanktionen gegen Richter und hohe Strafzölle.

Die Visabeschränkungen der USA gegen Gesundheitsminister Alexandre Padilha stehen im Zusammenhang mit Brasiliens Verbindungen zu Kubas internationalen medizinischen Auslandsmissionen, in deren Rahmen vor der Bolsonaro-Regierung kubanische Ärzte in unterversorgten Regionen Brasiliens eingesetzt wurden.

Die Trump-Regierung stuft die kubanische Entsendung von Ärzten und medizinischem Personal in zahlreiche Länder als „Zwangsarbeit“ ein. Ziel der US-Politik ist es, Havanna von dieser wichtigen Devisenquelle abzuschneiden.