Die prominente venezolanische Regierungskritikerin María Corina Machado geht davon aus, dass ihr Land noch vor Jahresende an die Wahlurnen treten könnte. Bei einem Gespräch mit dem US-Medium Politico bezifferte sie den notwendigen Vorlauf für einen ordnungsgemäßen Urnengang auf knapp zehn Monate. Der genaue Startpunkt bleibe allerdings offen.
Diese Prognose steht im Kontrast zu den Plänen von US-Präsident Donald Trump. Dieser ließ in einem Interview mit der New York Times durchblicken, die Vereinigten Staaten könnten ihre Kontrolle über das südamerikanische Land noch über Jahre aufrechterhalten. Im Fokus steht dabei vor allem die Erschließung der gewaltigen Ölvorkommen Venezuelas.
Genauer Zeitrahmen für Wahlen noch unklar
Machado war im Januar zu Gast im Weißen Haus, nachdem US-Kräfte den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro festgenommen hatten. Über einen verbindlichen Fahrplan für Neuwahlen sei bei dem Treffen jedoch nicht gesprochen worden, räumte sie ein.
Die Oppositionspolitikerin verwies auf günstige Voraussetzungen in ihrer Heimat. Anders als bei früheren US-Demokratisierungsprojekten im Irak oder Afghanistan verfüge Venezuela über gefestigte demokratische Traditionen und eine gut organisierte Zivilgesellschaft. Zudem stünden die Streitkräfte hinter einem politischen Neuanfang.
Zuvor keine freie Präsidentschaftswahl
Bei der letzten Präsidentschaftswahl in dem südamerikanischen Land 2024 beanspruchte Machados Partei einen Stimmenanteil von 70 Prozent, die das Maduro-Regime jedoch für sich reklamierte. Unabhängige Beobachter stuften den Urnengang als weder frei noch fair ein.
Im US-Kongress fordern Abgeordnete beider Parteien derzeit eine zügige Übergabe der Regierungsgewalt an venezolanische Institutionen. Trump unterstützt derzeit Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, hatte aber im Januar erklärt, er erwäge Machado „irgendwie einzubeziehen“.


