Australien hat sich öffentlich über einen Vorfall zwischen einem australischen und chinesischen Hubschrauber beschwert. Ein Helikopter der chinesischen Marine habe am Mittwoch einen australischen Militärhubschrauber abgefangen, teilte das australische Verteidungsministerium am Freitag mit.
Laut der Darstellung des Verteidigungsministeriums glich sich der chinesische Hubschrauber zunächst der Flughöhe des australischen Helikopters an. Dann näherte er sich auf eine unsichere Distanz, setzte sich leicht nach vorn, beschleunigte und kippte anschließend in Richtung des australischen Luftfahrzeugs. Die australische Besatzung sei daraufhin gezwungen gewesen, auszuweichen.
Australien kritisiert „unprofessionelles Manöver“
Der Vorfall ereignete sich der Erklärung zufolge in internationalen Gewässern im gelben Meer, als die Fregatte HMAS Toowoomba im Rahmen der Operation Argos unterwegs war, die unter anderem die Überwachung von Umladungen sanktionierter Güter sichern soll – Australiens Beitrag zur internationalen Durchsetzung der Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea.
„Dies war ein unsicheres und unprofessionelles Manöver, das ein Risiko für unser Luftfahrzeug und sein Personal darstellte“, erklärte das Ministerium. Verletzungen oder Schäden am Hubschrauber seien nicht entstanden. Die HMAS Toowoomba und ihr Bordhubschrauber hätten sich jederzeit im Einklang mit dem Völkerrecht verhalten.
Australien erwarte von allen Staaten, einschließlich China, dass sie ihre Streitkräfte sicher und professionell einsetzen, hieß es weiter. Seit Jahrzehnten führe Australien maritime Überwachungsaktivitäten in der Region durch und übe dabei das Recht auf freie Schifffahrt und Überflug in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum aus.
Australien: Zwischenfälle mit chinesischem Militär
Der Vorfall reiht sich einem Reuters-Bericht zufolge in eine Serie militärischer Begegnungen mit China ein, die Australien in den vergangenen Monaten öffentlich kritisiert hat. Demnach hatte Australien im Oktober 2025 das Verhalten eines chinesischen Kampfjets ebenfalls als „unsicher und unprofessionell“ verurteilt, nachdem dieser in der Nähe eines australischen Seeaufklärungsflugzeugs Leuchtraketen abgeworfen hatte.
Das australische Verteidigungsministerium erklärte, die Regierung habe gegenüber Peking „ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht“. Das chinesische Verteidigungsministerium bezeichnete die australische Erklärung laut Reuters als „Verdrehung der Tatsachen“. Australische Hubschrauber hätten unter dem Vorwand der Umsetzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrates Provokationen begangen, hieß es weiter.

