Die Ukraine hat den Betrieb der Druschba-Pipeline wieder aufgenommen. Die Lieferungen von russischem Öl in Richtung Ungarn und Slowakei seien am Mittwoch um 12.35 Uhr Ortszeit gestartet, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus ukrainischen Energiekreisen.
Die Pipeline war seit Januar außer Betrieb, nachdem russische Angriffe Teile der Infrastruktur beschädigt hatten. Über die Leitung wird russisches Rohöl vor allem nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Noch am Dienstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, die Reparatur sei abgeschlossen und die Pipeline könne „den Betrieb wieder aufnehmen“.
Streit in der EU vor möglicher Lösung
Der Ausfall der Pipeline seit Januar hatte zwischen der Ukraine, Ungarn und der Slowakei einen schweren Streit ausgelöst. Die beiden Länder hatten der Ukraine vorgeworfen, die Wiederinbetriebnahme der Pipeline absichtlich herauszuzögern, was Kiew bestritt. Ungarn blockierte als Reaktion die Freigabe eines EU-Kredits für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Selenskyj hatte am Dienstag erneut einen Zusammenhang zwischen der Reparatur der Pipeline und der Freigabe der EU-Hilfen hergestellt. „Wir verbinden dies mit der Freigabe des europäischen Unterstützungspakets für die Ukraine, das bereits vom Europäischen Rat gebilligt worden war“, schrieb er.
Tatsächlich einigten sich die EU-Staaten am Mittwoch auf die Freigabe des Unterstützungspakets. Nach Angaben der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft stimmten die Botschafter aller 27 Mitgliedstaaten der notwendigen Anpassung des EU-Haushalts zu, wie AFP berichtet. Ungarn gab damit seine monatelange Blockade auf. Auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland konnte auf den Weg gebracht werden.
Ungarns scheidender Ministerpräsident Viktor Orbán hatte sein Veto an die Wiederaufnahme der Öllieferungen geknüpft. „Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen werden, werden wir der Genehmigung des Darlehens nicht länger im Wege stehen“, schrieb er am Sonntag auf X.


