Kenia und Russland haben sich darauf geeinigt, dass kenianische Staatsbürger künftig nicht mehr für den Einsatz im Ukraine-Krieg verpflichtet werden können. Das teilte der kenianische Außenminister Musalia Mudavadi am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow in Moskau mit, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.
„Ich möchte klarstellen, dass wir uns nun darauf geeinigt haben, dass Kenianer nicht mehr über das (russische) Verteidigungsministerium rekrutiert werden – sie sind nicht mehr rekrutierungsberechtigt“, sagte Mudavadi laut Reuters. „Es wird keine weiteren Rekrutierungen geben.“ Lawrow sagte, Kenianer hätten freiwillig Verträge unterzeichnet, um für Russland zu kämpfen.
Mehr als 1000 Kenianer sollen rekrutiert worden sein
Ein kenianischer Geheimdienstbericht, der im Februar Abgeordneten vorgelegt wurde, ging laut Reuters von mehr als 1000 kenianischen Staatsbürgern aus, die für den Kampf auf russischer Seite rekrutiert wurden – deutlich mehr, als von den Behörden zuvor angenommen. Vertragssoldaten sollen hohe Gehälter und Bonuszahlungen von mehr als 6000 Dollar in Aussicht gestellt worden sein.
Einige Kenianer gaben einem BBC-Bericht zufolge an, sie seien mit Versprechungen gut bezahlter ziviler Arbeitsplätze nach Russland gelockt worden. Mudavadi erklärte, die kenianischen Behörden hätten bereits mehr als 600 Vermittlungsagenturen geschlossen, die im Verdacht standen, Kenianer mit falschen Jobversprechen ins Ausland zu locken.
Bislang wurden 27 Kenianer in ihre Heimat zurückgebracht. Wie viele Kenianer im Kampf für russische Streitkräfte ums Leben gekommen sind, ist unklar. Im Februar demonstrierten Familien betroffener Kenianer laut BBC vor dem Parlament in Nairobi und forderten die Rückholung ihrer Verwandten.
Weitere Länder in Afrika betroffen
Mudavadi betonte, die Partnerschaft mit Russland solle nicht allein durch den Ukraine-Krieg definiert werden. „Die Beziehung zwischen Kenia und Russland ist wesentlich breiter“, sagte er und verwies auf mögliche Kooperationen in den Bereichen Energie, Tourismus und Landwirtschaft.
Nach ukrainischen Geheimdienstschätzungen wurden mehr als 1700 Menschen aus 36 afrikanischen Ländern für den Kampf auf russischer Seite angeworben. Südafrika holte im Februar 17 Staatsbürger zurück, die angaben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Donbass-Region gelockt worden zu sein.


