Ukraine-Krieg

UK und Frankreich erwägen Truppenstationierung in der Ukraine nach Kriegsende

Starmer verurteilt Russlands Angriffe auf ukrainische Zivilisten. Zum Tag der 100-Jahre-Partnerschaft kündigt er neue Waffenlieferungen an. Kann er helfen, den Krieg zu beenden?

Die Koalition der Willigen im Élysée-Palast in Paris
Die Koalition der Willigen im Élysée-Palast in ParisJeanne Accorsini/imago

Der britische Premierminister Keir Starmer hat anlässlich des ersten Jahrestages der sogenannten 100-Jahre-Partnerschaft zwischen Großbritannien und der Ukraine die anhaltende Unterstützung seines Landes bekräftigt. In einem Gastbeitrag für European Pravda schrieb Starmer: „Wir werden Putin niemals vergeben oder diese Gräueltaten vergessen. Großbritannien steht an der Seite der Ukraine.“

Er verurteilte die fortgesetzten russischen Angriffe auf zivile Ziele, darunter einen Krankenhausangriff in Kiew Anfang Januar sowie den Einsatz einer nuklearfähigen Oreschnik-Rakete gegen Lwiw.

Starmer kündigte konkrete militärische Hilfsmaßnahmen an. Britische und ukrainische Techniker hätten gemeinsam Abfangdrohnen entwickelt, die iranische Schahed-Drohnen neutralisieren könnten. London produziere bereits Tausende dieser Systeme monatlich. Zudem arbeite Großbritannien an der Entwicklung neuer ballistischer Raketen, die Kiews Verteidigungsfähigkeit stärken sollen.

Treffen der Unterstützerkoalition in Paris

Am 6. Januar fand in Paris das bisher größte Treffen der sogenannten „Coalition of the Willing“ statt, an dem 39 Länder teilnahmen. Laut Starmer bekräftigten die Teilnehmenden ihre Entschlossenheit, die Ukraine militärisch zu unterstützen, solange Russland seine Aggression fortsetzt. Im Falle eines Friedensabkommens sagten die USA, Großbritannien und weitere Partner der Ukraine Sicherheitsgarantien gegen künftige Angriffe zu. Die „Erklärung von Paris“ ist über die Internetpräsenz der Bundesregierung in deutscher Sprache abrufbar.

Großbritannien und Frankreich gingen noch einen Schritt weiter als andere Staaten: Beide Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung über die mögliche Stationierung eigener Truppen in der Ukraine nach einem Waffenstillstand. Diese Kräfte sollen den ukrainischen Luftraum und die Küstengewässer sichern sowie beim Wiederaufbau der ukrainischen Streitkräfte helfen.

Starmer erinnert an Krankenhausbesuch in Kiew

Der britische Premier schilderte persönliche Eindrücke von einem Besuch in einer Kiewer Intensivstation im vergangenen Jahr. Er habe dort Soldaten und Zivilisten mit schweren Verbrennungen getroffen und von einer Krankenschwester in Tschernihiw gehört, die einen schwer verletzten Soldaten neun Stockwerke auf dem Rücken in die Intensivstation getragen habe, nachdem Raketenangriffe die Aufzüge zerstört hatten.

„Während Putin versucht, euch durch die Hölle zu schicken, wächst eure Entschlossenheit zum Widerstand nur weiter“, schrieb Starmer. Großbritannien werde der erste Unterstützer der Ukraine im Krieg bleiben und auch im Frieden an ihrer Seite stehen.