Nahost

Trump verlängert Iran-Ultimatum erneut: „Gespräche laufen sehr gut“

US-Präsident Donald Trump verschiebt mögliche Angriffe auf iranische Energieanlagen erneut. Die Regierung in Washington verweist auf Fortschritte bei Gesprächen mit Teheran.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpJim Watson/AFP

US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum gegenüber dem Iran erneut verlängert und mögliche Angriffe auf Energieanlagen des Landes vorerst ausgesetzt. Bis zum 6. April um 20.00 Uhr (Ortszeit US-Ostküste, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

„Auf Wunsch der iranischen Regierung wird die Phase der Zerstörung von Energieanlagen um zehn Tage verschoben“, erklärte Trump. Die Gespräche liefen weiter und verliefen „sehr gut“. Anderslautende Berichte bezeichnete er als falsch.

Die Ankündigung aus Washington hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Märkte. Die Ölpreise gaben nach Trumps Aussagen wieder nach. Zuvor waren sie wegen Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe im Zuge des Konflikts gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag zunächst bei rund 108 US-Dollar und fiel nach Trumps Ankündigung wieder um etwa einen US-Dollar.

Die derzeit geltende Pause wäre ursprünglich in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit ausgelaufen. Trump verlängerte sie nun erneut. Zuvor hatte er bereits Anfang der Woche eine erste Fristverlängerung um mehrere Tage angekündigt und dies mit „sehr guten und produktiven Gesprächen“ begründet. Die US-Regierung hat ihren Kurs damit in kurzer Zeit mehrfach angepasst und setzt derzeit stärker auf Verhandlungen.

Trump hatte dem Iran gedroht, Energieanlagen anzugreifen, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Nach Darstellung des US-Präsidenten bat der Iran nun selbst um mehr Zeit für Gespräche.

Rubio spricht von „konkreten Fortschritten“

Auch aus der US-Regierung wurden Fortschritte bei den Gesprächen mit Teheran gemeldet. Außenminister Marco Rubio sagte vor Journalisten, es gebe „konkrete Fortschritte“ in den diplomatischen Kontakten mit dem Iran. Details nannte er nicht und sprach von einem „laufenden und dynamischen Prozess“, über den man nicht öffentlich verhandle.

Rubio verwies zugleich auf die strategische Bedeutung der Straße von Hormus. Dort fließe weiterhin eine „zunehmende Menge an Energie“. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den globalen Öltransport.

Iran warnt vor Folgen weiterer Angriffe

Unterdessen bleibt die Lage angespannt. Der Iran hatte für den Fall von Angriffen auf seine Energieanlagen mit Vergeltung gedroht, unter anderem mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus. Zudem stellte Teheran Angriffe auf Energieanlagen in Golfstaaten in Aussicht. Ein Berater des obersten Führers erklärte laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA, eine Beteiligung weiterer Staaten an Angriffen werde „wie ein Bumerang“ auf sie zurückfallen.

Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen haben iranische Stellen wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus gewarnt, die Passage zu meiden. Zudem kam es in der Region zu Angriffen auf Schiffe.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten überhaupt. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls wird durch die Passage transportiert, ebenso große Mengen an Flüssiggas. Die Auswirkungen sind auch in Europa spürbar. In Deutschland sind die Preise für Benzin und Diesel zuletzt deutlich gestiegen. Experten halten es zudem für möglich, dass sich die Entwicklung auch auf Lebensmittelpreise auswirkt.