US-Präsident Donald Trump hat die Durchfahrt mehrerer Öltanker durch die Straße von Hormus als Zeichen eines Entgegenkommens des Iran dargestellt. Bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus sprach er von einem „Geschenk“ aus Teheran – und stellte dies als Beleg dar, dass die iranische Führung zu Zugeständnissen bereit sei.
Nach Angaben Trumps ließ der Iran insgesamt zehn Tanker die strategisch wichtige Meerenge passieren. Dies sei ein bewusstes Signal gewesen, um die Ernsthaftigkeit in laufenden Gesprächen zu unterstreichen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. „Sie sagten, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen, lassen wir euch acht große Tanker durch“, erklärte Trump. Später habe sich herausgestellt, dass es sogar zehn Schiffe gewesen seien.
Trump zufolge standen die Tanker offenbar unter pakistanischer Flagge. Unabhängig bestätigt ist das bislang nicht. Auch Details zu Eigentümern oder Ladung wurden zunächst nicht bekannt.
Irritationen um Trumps Darstellung
Bereits Tage zuvor hatte Trump von einem „sehr großen Geschenk“ aus dem Iran gesprochen, ohne dies näher zu erläutern. Erst mit seinen aktuellen Aussagen konkretisierte er, dass er damit die Passage von Tankern durch die Straße von Hormus meinte. Seine Darstellung blieb jedoch vage. Ob es sich tatsächlich um ein gezieltes politisches Signal Teherans handelt oder um eine Einzelentscheidung im Schiffsverkehr, ist unklar. Auch von iranischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.
Straße von Hormus als politisches Druckmittel
Die Aussagen des US-Präsidenten stehen im Kontext einer zunehmend politisierten Kontrolle der Straße von Hormus. Die Meerenge zwischen dem Iran und Oman zählt zu den wichtigsten Engpässen des globalen Energiemarkts. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert die Route. Nach Angaben der iranischen Führung dürfen derzeit vor allem Schiffe „nicht feindlicher“ Staaten die Passage nutzen, während andere ausgeschlossen werden. Beobachter sprechen von einem selektiv gesteuerten Zugang.
Nach Informationen der Finanzagentur Bloomberg erhebt der Iran zudem auf einzelne Handelsschiffe informelle Transitgebühren von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Fahrt. Die Zahlungen erfolgen demnach auf Einzelfallbasis.
Hinweise auf bevorzugte Behandlung einzelner Staaten
In dieses Bild passen auch Berichte über mögliche Sonderregelungen für einzelne Länder. So sollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Madrid Schiffe mit spanischen Interessen die Passage weiterhin nutzen können, obwohl der Transit insgesamt stark eingeschränkt ist.
Diplomatische Quellen aus dem spanischen Außenministerium bestätigten dem Sender Euronews, dass die Regierung Kenntnis von entsprechenden Durchfahrten habe. Eine offizielle Vereinbarung gebe es jedoch nicht. Unabhängig bestätigt ist diese Darstellung bislang nicht.
Druck im Nahost-Konflikt nimmt zu
Zudem verschärfte Trump am Donnerstag öffentlich seine Tonlage. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, iranische Verhandlungsführer würden „förmlich um ein Abkommen betteln“ und müssten „endlich ernst machen, bevor es zu spät ist“. Gleichzeitig stellte er klar, dass es im Falle eines Scheiterns der Gespräche „kein Zurück mehr“ geben werde.
Parallel dazu werden in Washington militärische Optionen geprüft. Nach Berichten mehrerer US-Medien bereitet das Pentagon Szenarien vor, die von einer Ausweitung der Luftangriffe bis hin zum Einsatz von Bodentruppen reichen. Von einem letzten großen Schlag ist die Rede. Ein solcher Schritt könnte darauf abzielen, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu sichern.




