Nahost-Krieg

Trump: USA haben „Kontrolle“ über Straße von Hormus – Seeblockade offenbar durchlässig

Kein Schiff könne die Straße von Hormus ohne die Genehmigung der US-Marine passieren, erklärt Trump. Daten zeigen einem Bericht zufolge ein komplexeres Bild.

Tanker ankern in der Straße von Hormus vor der Küste der Insel Qeschm.
Tanker ankern in der Straße von Hormus vor der Küste der Insel Qeschm.Asghar Besharati/AP/dpa

Mehrere Schiffe mit iranischem Öl an Bord haben die Straße von Hormus offenbar trotz der US-Blockade iranischer Häfen passiert. Zwischen dem 13. und dem 21. April passierten 10,7 Millionen Barrel iranischer Rohölexporte die Meerenge und verließen den Bereich, der von der US-Marine blockiert wird, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des Datenunternehmens Vortexa berichtet.

Die Lieferungen wurden offenbar auf sechs Rohölfrachtern transportiert, deren Ortungssignale ausgeschaltet waren. Bis zum 22. April wurden Berichten zufolge drei dieser Fahrten von den USA abgefangen, erklärte Vortexa. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen laut Reuters vom 13. bis 22. April 35 Durchfahrten von Schiffen, die Verbindungen zum Iran haben oder Sanktionen unterliegen.

Trump: USA haben „vollständige Kontrolle“ über Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social, die USA hätten die „vollständige Kontrolle“ über die Straße von Hormus. Sie sei „fest verschlossen“, bis der Iran „in der Lage ist, eine Vereinbarung zu treffen“, fügte er hinzu. „Kein Schiff kann ohne die Genehmigung der US-Marine ein- oder auslaufen.“ Das US-Zentralkommando Centcom erklärte auf X, bisher 33 Schiffe umgeleitet zu haben.

Trump behauptete weiter, es gebe im Iran ein internes Ringen darum, wer die Führung übernehmen solle. „Der Iran hat große Schwierigkeiten herauszufinden, wer eigentlich sein Anführer ist“, so der US-Präsident. Eine Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen zählt zu den zentralen Forderungen Teherans für weitere Verhandlungen.

Kaum Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist laut Bloomberg weitgehend zum Erliegen gekommen. Am Donnerstagmorgen sei nur ein einziges Frachtschiff mit Verbindungen zum Iran bei der Ausfahrt aus dem Persischen Golf beobachtet worden, hieß es.

Die Schiffe, die die Meerenge am Vortag mit aktiven Ortungssignalen passierten, seien laut Bloomberg auf eine schmale nördliche Route nahe den iranischen Inseln Larak und Qeschm beschränkt gewesen – jene Strecke, die Teheran freigegeben habe. Da viele Schiffe ihre Ortungssignale jedoch abschalten, könnte es dem Bericht zufolge mehr Durchfahrten gegeben haben, als derzeit bekannt ist.

Iranische Boote schossen auf Handelsschiffe

Die Sicherheitslage in der Wasserstraße hatte sich am Mittwoch weiter zugespitzt. Nach Angaben von Bloomberg eröffneten iranische Schnellboote das Feuer auf mehrere Handelsschiffe und zwangen zwei davon in iranische Hoheitsgewässer.

Das US-Militär fing nach eigenen Angaben zwei Supertanker mit Verbindungen zum Iran ab. Die Plattform Tankertrackers.com erklärte am Mittwoch auf X, fünf Tanker beobachtet zu haben, die von den USA in „der einen oder anderen Form aufgehalten wurden“.