Nach Angriffen auf See wollen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump jetzt auch an Land gegen Drogenkartelle vorgehen und dabei nicht mehr nur Venezuela, sondern auch Mexiko ins Visier nehmen. „Wir haben 97 Prozent der Drogenlieferungen über See ausgeschaltet, und wir werden jetzt damit beginnen, an Land zuzuschlagen“, sagte Trump in einem am Donnerstag Ortszeit ausgestrahlten Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. „Die Kartelle beherrschen Mexiko. Es ist sehr traurig zu sehen, was aus diesem Land geworden ist.“
Der Präsident behauptete weiter, die Kartelle seien für „250.000, 300.000 Tote jedes einzelne Jahr in unserem Land“ verantwortlich.
Es war Trumps erstes Fernsehinterview seit der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro. Trump lobte die US-Militärs, die an dem Einsatz beteiligt gewesen seien, und erklärte, Maduros Wohnsitz habe „mitten in einer Festung mit Tausenden Menschen und Soldaten“ gelegen. Der Einsatz sei von General „Razin Caine“ und Verteidigungsminister Pete Hegseth geplant worden. Zugleich sprach Trump von getöteten kubanischen Soldaten. „Ich will nicht einmal sagen, wie viele, aber sie wurden ausgelöscht“, sagte er. Nach Angaben der kubanischen Regierung seien 32 Staatsbürger des Inselstaates getötet worden.
Seit September haben die USA nach Angaben Trumps mehr als 100 Menschen bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote im Ostpazifik und in der Karibik getötet. Er sagte zudem, die USA hätten eine Anlegestelle für solche Boote in Venezuela angegriffen. Angriffe auf Kartelle in Mexiko würden allerdings eine massive Eskalation bedeuten.
Trump: Keine schnellen Neuwahlen in Venezuela
Zuvor hatte er sich in einem Interview mit dem Onlineportal NBC News erstmals zu Amerikas Plan für Venezuela geäußert. Er sagte, die USA befänden sich nicht im Krieg mit Venezuela, sondern mit den Drogenkartellen dort. Zugleich machte er deutlich, dass er in dem südamerikanischen Land vorerst keine Neuwahlen zulassen will. „Wir müssen das Land zuerst reparieren. Man kann keine Wahl abhalten. Es gibt keine Möglichkeit, dass die Menschen überhaupt abstimmen könnten“, sagte er mit Blick auf die kommenden 30 Tage. Ferner stellte er staatliche Hilfen für den Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie in Aussicht. Die nötigen Investitionen sollen Ölkonzerne vorfinanzieren und später erstattet bekommen. Der Präsident sprach von hohen Kosten und einem Zeitrahmen von weniger als 18 Monaten.
Ist Maduro ein Kokainschmuggler?
US-Spezialeinheiten hatten in der Nacht zum Samstag bei einem Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro sowie dessen Ehefrau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend wurde er in eine Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn gebracht. Ihm und seiner Frau werden unter anderem Verschwörung zum Drogenterrorismus, umfangreicher Kokainschmuggel und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Bei seiner ersten Anhörung vor dem Bundesgericht in Manhattan plädierte der 63-Jährige auf nicht schuldig. Er bekräftigte zudem vor dem Richter, dass er weiterhin Präsident von Venezuela sei.


