Hochrangige Thüringer AfD-Politiker, darunter auch Generalsekretär Daniel Haseloff haben den Rechtsextremisten Martin Sellner zu einem Gespräch in den Landtag eingeladen. „Er ist eine der meist dämonisierten Personen Europas. Ich wollte mir mein eigenes Bild machen“, schrieb Haseloff in einem Beitrag auf X. Es sei ihm eine Freude gewesen, Sellner im Landtag begrüßen zu dürfen.
Wie aus Bildern und Markierungen in Haseloffs Beitrag hervorgeht, waren bei dem Termin auch die AfD-Bundestagsabgeordneten Robert Teske und Stefan Möller anwesend. Möller ist zudem neben Björn Höcke Landessprecher der AfD in Thüringen. Sellner bedankte sich, ebenfalls auf X, für die Einladung und sprach von einem „fruchtbaren Austausch“.
Der Deutschen Presse-Agentur sagte Haseloff, man habe sich über Sellners Remigrationskonzept und das der Thüringer AfD unterhalten – auch über Unterschiede. Die Thüringer AfD wolle versuchen, ihr eigenes Remigrationskonzept auf Basis von Gesetzen umzusetzen. „Also sprich: Das Ganze rechtmäßig zu machen, auszuloten, welche Möglichkeiten haben wir im Land?“, sagte Haseloff. Das Konzept der AfD sei verfassungskonform. Zugleich kritisierte er den Umgang mit Sellner. Dass dieser teils Einreiseverbot bekommen habe, bezeichnete er als absurd.
Der wichtigste Pfeiler der Demokratie ist der Diskurs. Daher war es mir eine Freude, heute @Martin_Sellner im Thüringer Landtag begrüßen zu dürfen. Er ist eine der meist dämonisierten Personen Europas. Ich wollte mir mein eigenes Bild machen. Danke für den Besuch! #AfD pic.twitter.com/W7KGAKqvFk
— Daniel Haseloff (@DanielHaseloff) January 26, 2026
In den vergangenen Wochen hatte eine Veranstaltung AfD-Abgeordneter für Aufmerksamkeit gesorgt, weil Sellner eingeladen worden war. Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hatte einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“ unter Teilnahme von Sellner angekündigt und wenig später wieder abgesagt.
Wie die Zeitung Welt berichtete, hatte es ein Telefonat zwischen den AfD-Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie dem Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré gegeben, der an der Planung der Veranstaltung mit seiner Ehefrau Lena Kotré beteiligt war. Chrupalla hatte der Welt anschließend gesagt, er gehe nicht davon aus, dass die Veranstaltung stattfinde.
Tatsächlich sagte Kotré den Vortrag ab, teilte aber parallel dazu mit, dass sie von Sellner auf dessen eigene, fast namensgleiche Veranstaltung eingeladen wurde. Diese fand am selben Datum und zur selben Uhrzeit wie die ursprüngliche Veranstaltung statt.


