Brandenburg

AfD sagt Vortrag mit Martin Sellner ab – Sellner lädt zu eigener Veranstaltung ein

Zwei AfD-Abgeordnete mussten einen Vortrag mit Martin Sellner zum Thema „Remigration“ absagen. Nun veranstaltet Sellner einen fast gleichnamigen Vortrag am selben Termin.

Martin Sellner, Rechtsextremist aus Österreich
Martin Sellner, Rechtsextremist aus ÖsterreichSebastian Willnow/dpa

Abgeordnete der AfD haben auf Druck der Parteispitze eine für Ende Januar geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner abgesagt. Wie die Zeitung Welt zunächst berichtet hatte, wollten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“ unterbinden.

Nun findet zum gleichen Zeitpunkt eine Veranstaltung mit ähnlichem Namen, organisiert von Sellner selbst, statt. Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré teilte auf der Plattform X mit, die von ihr in Luckenwalde geplante Veranstaltung sei abgesagt. Sie sei aber zwischenzeitlich von Sellner auf seine eigene Veranstaltung eingeladen worden. Die Einladung nehme sie selbstredend an, so Kotré.

„Seine Veranstaltung findet zufällig ebenfalls am Donnerstag, dem 22.01.2026 um 19:00 Uhr statt“, schreibt Kotré weiter. Sellner selbst kündigte in einem Beitrag auf X einen Vortragsabend mit dem Titel „Remigration in Praxis und Theorie“ an.

Sellner war Thema im AfD-Bundesvorstand

Die Welt hatte zuvor berichtet, dass es ein Gespräch zwischen Chrupalla, Weidel und dem Brandenburger AfD-Vorsitzenden René Springer mit Steffen Kotré gegeben habe. Dies habe sich auf die von den Abgeordneten geplante Veranstaltung bezogen. Man gehe nach dem Gespräch davon aus, dass die Veranstaltung nicht stattfinde, sagte Chrupalla der Welt.

Der AfD-Landeschef Springer hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Der Landesvorstand war über Planung und Durchführung der betreffenden Veranstaltung nicht informiert und hatte hiervon keine Kenntnis.“

Sellner ist eine führende Figur der Identitären Bewegung, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Dem Bericht der Welt zufolge war Sellner im vergangenen Jahr mehrmals Thema im AfD-Bundesvorstand. Dort sei geraten worden, zu ihm auf Abstand zu gehen.