Bevölkerungsschutz

Tagelanger Stromausfall in Berlin: Deutsche Städte fordern Blackout-Reserven vom Bund

Die Mittel für Bevölkerungsschutz müssen dauerhaft erhöht werden, fordert der Städtetag. Man brauche mobile Kraftwerke, die „ganze Quartiere“ versorgen könnte.

Zehntausende Haushalte im Südwesten Berlins waren tagelang ohne Strom.
Zehntausende Haushalte im Südwesten Berlins waren tagelang ohne Strom.Jens Kalaene

Der Deutsche Städtetag hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Notfallreserve für großflächige Stromversorgung aufzubauen. „Für großflächige und mehrtägige Stromausfälle wie jetzt in Berlin müssen wir größer denken als bisher“, sagte der Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Wir brauchen eine nationale Blackout-Reserve für solche Fälle.“ Dazu sollen auch mobile Kraftwerke gehören, die ganze Stadtviertel versorgen könnten.

Einzelne Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime mit Notstrom-Aggregaten zu versorgen sei zwar wichtig und gut, sagte Schuchardt. „Noch besser wäre, wenn wir mit mobilen Kraftwerken gleich ganze Quartiere mit Wärme und Strom versorgen könnten.“ Vorhalten müsse diese „nationale Blackout-Reserve“ dann der Bund.

Der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin habe überdies gezeigt, „wie schnell Zehntausende Menschen von einem Katastrophenfall betroffen sein können“. Deshalb müssten auch im Bundes- und in den Landeshaushalten die Mittel für den Bevölkerungsschutz in den Kommunen deutlich erhöht werden. „Und zwar nicht als temporäre Förderprogramme, sondern planbar und dauerhaft.“

Ein Brandanschlag im Südwesten Berlins am vergangenen Samstag hatte 45.000 Haushalte und 2200 Firmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Es dauerte bis Mittwoch, bis alle Betroffenen wieder am Netz waren. (dpa)