Die Ukraine ist nach Angaben des Außenministers Andrij Sybiha zu einem Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Türkei bereit. „Wir haben dieses Signal kürzlich an unsere türkischen Partner weitergeleitet“, sagte Sybiha in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Die Türkei spiele „eine wichtige Rolle bei den Friedensbemühungen“.
Man setze auf Ankara, „beispielsweise um ein Treffen auf Führungsebene zu organisieren“, sagte Sybiha laut der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine während Gesprächen auf dem Diplomatischen Forum Antalya. „Wir sind also bereit für dieses Treffen. Auch in der Türkei. Ich meine ein Treffen zwischen Selenskyj, Putin, Herrn Erdoğan und vielleicht Trump.“ Die Türkei sei ein Land mit „einzigartiger diplomatischer Erfahrung und globalem Einfluss“.
Gebiete im Donbass bleiben zentraler Streitpunkt
Russland, die Ukraine und die USA hatten Anfang des Jahres mehrfach Gespräche geführt. Dabei wurde jedoch kein größerer Durchbruch erzielt. Streitpunkte sind weiterhin die Gebiete im Donbass, deren Kontrolle Russland fordert, sowie ukrainische Forderungen nach verbindlichen Sicherheitsgarantien, insbesondere von den USA. Zuletzt waren die Verhandlungen ins Stocken geraten.
Sybiha erklärte laut Interfax-Ukraine, sein Land sei zu „einem bedingungslosen Waffenstillstand unter fortlaufender Überwachung“ bereit. Ein Ultimatum eines Truppenrückzugs aus dem Donbass, wie Russland ihn fordert, sei aber „unmöglich“. Die Ukraine werde „niemals eine Initiative akzeptieren, die auf Kosten unserer territorialen Integrität und Souveränität geht“. Er fügte hinzu, dass Russland nach ukrainischen Geheimdiensterkenntnissen weitere „massive Angriffe“ vorbereite.
Russland hatte sich in der Vergangenheit offen für Gespräche mit Selenskyj in Moskau gezeigt, was dieser ablehnte. Sybiha erklärte nun, die Ukraine sei der Ansicht, „dass die Türkei erneut als wichtige Plattform für ein Treffen zwischen Präsident Selenskyj und Putin dienen kann“. Unter anderem waren im Jahr 2025 ukrainische und russische Delegationen in Istanbul zusammengekommen.

