Zugewanderte Fachkräfte zieht es deutlich seltener in die ostdeutschen Flächenländer als in westdeutsche Bundesländer und Stadtstaaten, besonders Berlin. Das geht aus einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.
Demnach lag der Anteil der im Ausland geborenen Fachkräfte im erwerbsfähigen Alter zwischen 25 und 64 Jahren im Jahr 2024 in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,9 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 7,1 Prozent und in Brandenburg bei 7,4 Prozent. Zum Vergleich: In Berlin war der Anteil mit 27,1 Prozent am höchsten, in Bremen betrug er 24,7 und in Hamburg 24,4 Prozent. Unter den Flächenländern lagen Hessen mit 22,4 und Baden-Württemberg mit 21,4 Prozent vorn.
Demografischer Druck im Osten besonders hoch
Das IW verweist darauf, dass gerade die ostdeutschen Länder demografisch unter besonderem Druck stehen. In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt liegt der Anteil der 25- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bereits jetzt bei rund 50 Prozent – und damit nur knapp über dem Wert, der für Gesamtdeutschland in zehn Jahren ohne weitere Zuwanderung zu erwarten wäre. Ursächlich seien vor allem eine andere langfristige Geburtenentwicklung sowie geringere Bevölkerungsgewinne durch Zuwanderung.
Auffällig ist laut IW zugleich, dass der Anteil qualifizierter Personen unter den Zugewanderten in einigen Ost-Ländern besonders hoch ausfällt. In Mecklenburg-Vorpommern verfügen 67,6 Prozent der Zugewanderten im Kernerwerbsalter über einen Berufs- oder Hochschulabschluss, in Sachsen 66,8 Prozent. Der bundesweite Wert liegt bei 56,5 Prozent.
IW fordert gezielte Anwerbung
Die ostdeutschen Flächenländer müssten angesichts ihrer Ausgangslage verstärkt um Fachkräfte aus dem Ausland werben, heißt es in dem Bericht. Nötig seien eine zeitnahe Visavergabe für Qualifizierte aus Drittstaaten sowie eine gezielte Ansprache, etwa über das Bundesportal „Make it in Germany“. Auch sollten mehr junge Menschen aus dem Ausland bereits für eine Ausbildung gewonnen werden.


