Bildung

Alarmierende Zahlen: Besonders Ostdeutsche Kitas sind dramatisch unterbesetzt

Neue Analyse zeigt dramatisches dramatische Unterbesetzung bei Kindergärten. Mangel an Fachpersonal in Ostdeutschland am stärksten.

Der Mangel an Fachpersonal ist in Ostdeutschland stark ausgeprägt.
Der Mangel an Fachpersonal ist in Ostdeutschland stark ausgeprägt.Arne Dedert/dpa

Nur eine Minderheit der Kindertagesstätten in Deutschland verfügt über genügend Personal, um Kinder angemessen zu fördern. Lediglich 13,7 Prozent der Einrichtungen erreichen die wissenschaftlich empfohlene Personalausstattung, wie die Bertelsmann-Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung berichten. Etwa jede fünfte Kita arbeitet demnach mit höchstens 60 Prozent der benötigten Fachkräfte.

Die Unterschiede zwischen Ost und West sind erheblich: Während in Westdeutschland 16,3 Prozent der Einrichtungen optimal besetzt sind, liegt der Wert in Ostdeutschland einschließlich Berlin bei nur zwei Prozent. Besonders kritisch ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, wo 84 Prozent der Kitas mit maximal 60 Prozent des benötigten Personals arbeiten müssen. In Berlin liegt dieser Wert bei durchschnittlich 64 Prozent - also etwas besser.

Bildung in den Kitas erfordert mehr Personal

Die Studie nutzt eine neu entwickelte Kennziffer, die erstmals besondere pädagogische Anforderungen berücksichtigt: Von 3,55 Millionen Kita-Kindern kommen rund 820.000 aus Familien, in denen vorrangig nicht Deutsch gesprochen wird. Für diese Kinder sowie für die 96.000 Jungen und Mädchen mit Eingliederungshilfe sei zusätzliches Personal erforderlich, so die Forscher.

Bildungsexpertin Kathrin Bock-Famulla von der Bertelsmann-Stiftung betonte, dass Kitas einen Bildungsauftrag hätten, den die Mehrheit mangels Personal nicht erfüllen könne. Es ginge nicht nur um reine Betreuung, sondern vor allem um die Förderung jedes einzelnen Kindes.

In Ostdeutschland böten sinkende Geburtenzahlen eine Chance zur Verbesserung. Durch ein Halten des Personals könnte die Versorgung insgesamt erhöht werden. Stattdessen würden jedoch Einrichtungen geschlossen.

Die Studie fordert eine stärkere Förderung durch den Bund. Allerdings stocken dazu die Verhandlungen seit Mitte letzten Jahres.