Autohersteller

Streit um Tarifvertrag bei Tesla – Werksleiter lehnt Gewerkschaftsforderungen ab

Die IG Metall fordert für die Mitarbeiter von Tesla in Grünheide einen Tarifvertrag und Arbeitszeitverkürzung. Die Werksführung lehnt beides ab und spricht von einer „roten Linie“.

Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg
Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-BrandenburgPatrick Pleul

In Grünheide geht der Streit um einen Tarifvertrag bei dem US-amerikanischen Elektroautohersteller Tesla weiter. Werksleiter André Thierig lehnte die Einführung eines solchen Vertrags, wie von der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gefordert, kategorisch ab. „Es gab dieses Jahr eine Entgelterhöhung im einschlägigen Tarifvertrag von zwei Prozent“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir konnten, weil wir in einer anderen wirtschaftlichen Situation sind als die gesamte Industrie, die Entgelte um das Doppelte – um vier Prozent – anheben“, so Thierig weiter. Damit habe es seit Produktionsbeginn mehr als 25 Prozent Entgelterhöhung in weniger als vier Jahren gegeben.

Die IG Metall hingegen beklagt, dass die Bezahlung bei Tesla ohne einen Tarifvertrag deutlich unter dem Niveau in anderen Autowerken in Deutschland bleibe. „Die Tesla -Geschäftsführung redet den Tarifvertrag schlecht, indem sie dessen niedrigste Entgeltgruppe heranzieht. In Automobilwerken sind die untersten beiden Entgeltgruppen aber gar nicht vergeben“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto der Deutschen Presse-Agentur.

Tesla-Werksleiter: „Diskussion um eine 35-Stunden-Woche ist für mich eine rote Linie“

Für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie wurde 2024 eine einmalige Sonderauszahlung von 600 Euro vereinbart sowie eine Steigerung der Monatsentgelte ab April 2025 um 2,0 Prozent und ab April 2026 um 3,1 Prozent. Die IG Metall und Tesla stehen sich schon länger unvereinbar gegenüber.

Werksleiter Thierig lehnte zudem die Forderung einer Arbeitszeitverkürzung ab. Er sieht sie als Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts „Die Diskussion um eine 35-Stunden-Woche ist für mich eine rote Linie, die werden wir nicht überschreiten“, sagte Thierig.

Im Jahr 2026 steht bei Tesla eine Betriebsratswahl an, die aus Sicht des Werksleiters sehr bedeutsam ist: „Sie entscheidet darüber, ob wir auch in Zukunft unabhängig, flexibel, und unbürokratisch unseren Erfolgsweg weitergehen können“, sagte Thierig. „Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in den USA den Ausbau der Fabrik weiter vorantreiben, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt.“ Bei der Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall zwar die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging aber an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter.