Mindestens zwei von den USA sanktionierte Schiffe haben offenbar die Straße von Hormus passiert und sind in den Persischen Golf gelangt, wie Bloomberg berichtet. Dabei nahmen sie möglicherweise eine neue Route von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus.
Schiffverfolgungsdaten zeigten dem Bericht zufolge, dass der leere Flüssiggastanker „G Summer“ am späten Mittwochnachmittag den Persischen Golf erreichte. Er signalisierte demnach, sich in chinesischem Besitz zu finden, und gab einen irakischen Hafen als Ziel an.
USA: „Kein einziges Schiff“ hat Blockade durchbrochen
Das Schiff und ein weiterer Tanker, die laut Bloomberg beide von den USA wegen Verbindungen zum Iran auf die Schwarze Liste gesetzt wurden, fuhren dabei zwischen den iranischen Inseln Larak und Qeshm hindurch. Der zweite Tanker gab ebenfalls kurzzeitig ein Ziel im Irak an, scheint dem Bericht zufolge nun jedoch auf Befehle zu warten. Reuters berichtete, dass der leere Öltanker RHN am Mittwoch ebenfalls in den Golf eingelaufen sei.
Seit der US-Blockade iranischer Häfen, die am Montag in Kraft trat, haben dem Bericht zufolge nur wenige Schiffe die Meerenge passiert. Das US-Zentralkommando Centcom erklärte am Mittwoch auf X, seit Montag seien zehn Schiffe umgeleitet worden. „Kein einziges Schiff“ habe die Blockade durchbrochen.
Zu den Schiffen, die von den USA zur Umkehr gezwungen wurden, gehört einem Reuters-Bericht zufolge der von den USA sanktionierte Tanker „Rich Starry“. Der Tanker habe den Persischen Golf am Mittwoch zunächst verlassen, sei dann jedoch zurückgekehrt.
Iran meldete Durchfahrt von Tanker
Die iranische Nachrichtenagentur Fars erklärte laut Reuters am Mittwoch, dass ein von den USA sanktionierter iranischer Supertanker die Meerenge in Richtung eines iranischen Hafens durchquert habe. Dabei seien jedoch weder der Name des Tankers noch weitere Details genannt worden.
Weiterhin verließen laut Bloomberg am Mittwoch scheinbar zwei Containerschiffe mit Verbindung zum Iran den Persischen Golf und folgten der iranischen Küste in Richtung der Grenze zu Pakistan. Elektronische Störsignale und abgeschaltete Transponder erschweren dem Bericht zufolge die vollständige Überwachung des Schiffsverkehrs, sodass nicht alle Durchfahrten erfasst werden können.
Bericht: Iran erwägt freie Passage durch Meerenge auf omanischer Seite
Die USA haben gewarnt, dass sie zusätzliche Sanktionen gegen Käufer iranischen Öls verhängen könnten – laut Reuters soll so offenbar vor möglichen neuen Verhandlungen eine bessere Position geschaffen werden.
Eine mit der Position Teherans vertraute Quelle erklärte Reuters, dass der Iran erwägen könnte, die freie Durchfahrt durch die omanische Seite der Straße von Hormus ohne Angriffsrisiko zu gestatten. Dies sei jedoch nur möglich, wenn es zu einer neuen Einigung komme, um einen erneuten Konflikt zu verhindern.
Die US-Blockade dürfte laut Reuters die Rohölexporte Irans verringern. Allerdings könne das Land seine derzeitige Produktion durch Lagerung von Öl in Onshore-Tanks vermutlich über Wochen aufrechterhalten. Der Iran habe im März 1,84 Millionen Barrel Rohöl täglich exportiert, verglichen mit 1,68 Millionen Barrel täglich im Vergleich zu 2025, wie Kpler-Daten dem Bericht zufolge zeigten.

