Iran-Krieg

„Straße von Hormus sofort freigeben“: Wadephul erhöht nach Telefonat mit Araghtschi den Druck auf Iran

Nach einem Telefonat mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi fordert Johann Wadephul die sofortige Freigabe der Straße von Hormus. Deutschland stellt sich damit demonstrativ hinter die USA.

Bundesaußenminister Johann Wadephul bei einer Pressekonferenz
Bundesaußenminister Johann Wadephul bei einer PressekonferenzMichael Kappeler

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat den Iran zur sofortigen Öffnung der Straße von Hormus aufgefordert. Nach einem Telefonat mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte Wadephul am Sonntag auf der Plattform X, Deutschland unterstütze zwar eine Verhandlungslösung im Konflikt mit dem Iran, teile mit den USA aber zentrale Forderungen an Teheran.

„Iran muss vollständig und nachprüfbar auf Kernwaffen verzichten und die Straße von Hormus sofort freigeben“, schrieb Wadephul. Dabei verwies er ausdrücklich auf US-Außenminister Marco Rubio. Deutschland sei ein „enger US-Verbündeter“.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Flüssiggasexporte wurde vor dem Iran-Krieg über die Meerenge zwischen dem Iran und Oman transportiert. Seit Ende Februar ist die Lage dort massiv angespannt.

Trump prüft 14-Punkte-Plan aus Teheran

Zuletzt hatte der Iran Signale für neue Gespräche mit Washington gesendet. Nach Berichten iranischer Medien übermittelte die Führung in Teheran über Pakistan einen neuen 14-Punkte-Plan an die USA. Demnach stellte der Iran auch eine Wiederfreigabe der Schifffahrt durch die Straße von Hormus in Aussicht. Im Gegenzug fordert Teheran unter anderem die Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie einen Rückzug von US-Streitkräften aus der Region.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich dennoch skeptisch zu einer möglichen Einigung. Er prüfe zwar den neuen Vorschlag aus Teheran, könne sich aber kaum vorstellen, dass dieser akzeptabel sei, sagte Trump am Samstag. Neue Militärschläge gegen den Iran schloss er zugleich nicht aus. Laut Axios hat das US-Regionalkommando Centcom einen Plan für eine „kurze und kraftvolle“ Welle von Angriffen auf den Iran ausgearbeitet, die sich vor allem gegen Infrastrukturziele richten soll. Damit solle Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen gebracht werden.

USA drängen auf internationale Sicherheitsmission

Die USA treiben unterdessen eine internationale Sicherheitsinitiative zum Schutz der Schifffahrt in der Region voran. Mehrere westliche Staaten beraten bereits über mögliche Militär- und Marineeinsätze im Persischen Golf.

Nach einem Bericht der Korea Times prüft inzwischen auch Südkorea eine Beteiligung an entsprechenden Missionen in der Straße von Hormus. Demnach diskutiert die Regierung in Seoul sowohl eine neue US-geführte Initiative als auch ein separates Vorhaben unter Führung Großbritanniens und Frankreichs. Hintergrund sind Sorgen um die Energieversorgung des Landes: Rund 70 Prozent der südkoreanischen Rohölimporte passieren die Meerenge.

Der Iran weist Vorwürfe westlicher Staaten zu einem möglichen Atomwaffenprogramm zurück. Zugleich hatte Teheran zuletzt mehrfach mit Konsequenzen für die internationale Schifffahrt gedroht, falls der militärische Druck des Westens weiter zunimmt.