Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland hat Ende 2025 einen neuen Höchststand erreicht: 2,66 Billionen Euro schuldet der Staat seinen Gläubigern – ein Anstieg von sechs Prozent oder rund 151 Milliarden gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag veröffentlichte. Gegenüber dem dritten Quartal legten die Schulden um knapp 51 Milliarden Euro zu.
Wesentliche Treiber waren zwei Sondervermögen des Bundes: Das seit 2022 bestehende Sondervermögen Bundeswehr steigerte seine Verschuldung im Quartalsvergleich um 29,4 Prozent auf 43 Milliarden Euro. Das rückwirkend zum 1. Januar 2025 gegründete Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) nahm im Oktober 2025 erstmals Schulden auf und häufte bis Jahresende 24,3 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten an. Insgesamt war der Bund Ende 2025 mit 1,84 Billionen Euro im Minus und macht damit etwa 69 Prozent der Schulden aus.
Drei ostdeutsche Bundesländer bauen als einzige Schulden ab
Die Bundesländer waren mit 624,6 Milliarden Euro verschuldet. Hamburg verzeichnete mit 7,8 Prozent den stärksten Anstieg, was laut Statistischem Bundesamt vor allem auf die Gründung der „FinanzServiceAgentur Hamburg“ zurückzuführen ist, durch die zuvor extern finanzierte Verbindlichkeiten in den öffentlichen Schuldenstand einflossen.
In den neuen Bundesländern sieht es hingegen besser aus: Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im vierten Quartal 2025 den größten Schuldenabbau mit 3,9 Prozent. Thüringen und Sachsen-Anhalt bauten nur je 0,1 Prozent ab, dennoch gehören sie damit zu den einzigen drei Bundesländern, deren Schuldenstand sich verbessert hat.
Kommunen haben keine Rücklagen mehr
Auffällig ist die Entwicklung auf kommunaler Ebene: Die Schulden der Gemeinden stiegen mit 5,3 Prozent anteilig am stärksten – auf 196,3 Milliarden Euro. Laut dem Statistischen Bundesamt waren die Rücklagen vieler Kommunen aufgebraucht, sodass sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben neue Schulden aufnehmen mussten. Lediglich in Thüringen und im Saarland sanken die kommunalen Schulden leicht.


