Sri Lanka hat den Mittwoch für staatliche Einrichtungen, Schulen und Universitäten zum arbeitsfreien Tag erklärt, um angesichts drohender Treibstoffengpässe Energie zu sparen. Hintergrund ist die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Luftangriffe, wie BBC und der Guardian berichten.
„Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten, aber auf das Beste hoffen“, sagte Präsident Anura Kumara Dissanayake laut BBC bei einem Krisentreffen am Montag. Seit Sonntag gilt auf der Insel eine Treibstoffrationierung: Privatfahrzeuge dürfen maximal 15 Liter pro Woche tanken, Motorräder fünf Liter. Vor Tankstellen bildeten sich lange Schlangen – Szenen, die an die schwere Wirtschaftskrise von 2022 erinnern, so der Guardian.
Laut BBC waren im vergangenen Jahr nahezu 90 Prozent des durch die Meerenge transportierten Öls und Gases für Asien bestimmt. Die Blockade trifft die gesamte Region hart.
Weitere Länder beschließen Notmaßnahmen
Auch andere Staaten reagieren drastisch, wie mehrere Medien berichten: Bangladesh hat Ramadan-Ferien an Universitäten vorgezogen und geplante Stromabschaltungen verhängt, um die für die Textilindustrie überlebenswichtige Energie zu sichern. Pakistan stellte Schulen auf Online-Unterricht um und erhöhte die Treibstoffpreise. In Thailand fordert die Regierung die Bevölkerung auf, kurzärmelige Hemden statt Anzüge zu tragen, um Klimaanlagen zu reduzieren. Vietnam ruft Bürger zum Fahrradfahren und zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf, berichtet die BBC.
In Indien, das 60 Prozent seines Flüssiggases aus dem Golf bezieht, bildeten sich laut Guardian landesweit Schlangen vor Gasausgabestellen, Restaurants schlossen oder strichen Gerichte von der Karte. Premierminister Narendra Modi rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Einen diplomatischen Teilerfolg konnte Indien laut Financial Times verbuchen: Zwei indische Tanker passierten die Meerenge am Samstag nach direkten Verhandlungen mit dem Iran, wie Außenminister Jaishankar bestätigte.
Der Ölpreis liegt derzeit bei rund 100 Dollar pro Barrel. Sri Lankas Regierung warnte laut Guardian, ein anhaltender Krieg könnte die wirtschaftliche Erholung des Landes ernsthaft gefährden.


