Indien hat einem iranischen Kriegsschiff erlaubt, im südindischen Hafen Kochi anzulegen. Die Regierung bezeichnete die Entscheidung als humanitäre Maßnahme. Das Schiff habe technische Probleme gemeldet und dringend um Hilfe gebeten, erklärte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar.
Das amphibische Landungsschiff „Lavan“ legte am Mittwoch im Hafen von Kochi an. An Bord befinden sich rund 183 Besatzungsmitglieder, die nach Angaben indischer Behörden in Einrichtungen der Marine untergebracht wurden.
Der Vorgang fällt in eine Phase zunehmender Spannungen im Indischen Ozean. Denn am selben Tag versenkte ein US-U-Boot vor der Küste Sri Lankas die iranische Fregatte „Dena“. Bei dem Angriff wurden mindestens 87 Seeleute getötet, weitere gelten als vermisst.
#BREAKING | India allows Iranian vessel to dock at Kochi port: sources
— WION (@WIONews) March 6, 2026
Sources: Government received the request on February 28
Crew members of IRIS Lavan accommodated at the naval base in Kochi@MollyGambhir brings you this report by @sidhant pic.twitter.com/K2gcyoTdP6
Humanitäre Entscheidung inmitten militärischer Eskalation
Nach Angaben indischer Regierungsquellen hatte Teheran bereits kurz nach Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar um das Einlaufen der „Lavan“ gebeten. Der Antrag sei als dringend eingestuft worden, weil das Schiff technische Probleme gemeldet habe. Jaishankar sagte bei der sicherheitspolitischen Konferenz Raisina Dialogue in Neu-Delhi, Indien habe die Entscheidung aus humanitären Gründen getroffen. „Wir haben das aus der Perspektive der Menschlichkeit betrachtet“, erklärte er.
Die „Lavan“ war ursprünglich mit zwei weiteren iranischen Schiffen auf dem Weg zu einer internationalen Flottenparade in Indien. Durch den Ausbruch des Kriegs seien die Schiffe jedoch „auf der falschen Seite der Ereignisse“ geraten, sagte der Außenminister.
Auch Sri Lanka nimmt iranisches Marineschiff auf
Auch Sri Lanka ist in die Ereignisse verwickelt. Behörden in Colombo teilten mit, ein weiteres iranisches Marineschiff, die „Booshehr“, werde in einen Hafen an der Ostküste eskortiert. Ein Großteil der Besatzung sei vorübergehend in einem Marinecamp nahe der Hauptstadt untergebracht worden.
