Iran-Krieg

Während die USA Irans Marine angreifen, gewährt Indien iranischem Kriegsschiff Zuflucht

Ein iranisches Kriegsschiff mit mehr als 180 Seeleuten darf im südindischen Hafen Kochi anlegen. Der Schritt fällt in eine Phase wachsender Spannungen im Indischen Ozean.

Ein Blick auf den Hafen von Kochi: Im Hintergrund ist ein Öltanker zu sehen (Symbolbild).
Ein Blick auf den Hafen von Kochi: Im Hintergrund ist ein Öltanker zu sehen (Symbolbild).Sivaram Venkitasubramanian/imago

Indien hat einem iranischen Kriegsschiff erlaubt, im südindischen Hafen Kochi anzulegen. Die Regierung bezeichnete die Entscheidung als humanitäre Maßnahme. Das Schiff habe technische Probleme gemeldet und dringend um Hilfe gebeten, erklärte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar.

Das amphibische Landungsschiff „Lavan“ legte am Mittwoch im Hafen von Kochi an. An Bord befinden sich rund 183 Besatzungsmitglieder, die nach Angaben indischer Behörden in Einrichtungen der Marine untergebracht wurden.

Der Vorgang fällt in eine Phase zunehmender Spannungen im Indischen Ozean. Denn am selben Tag versenkte ein US-U-Boot vor der Küste Sri Lankas die iranische Fregatte „Dena“. Bei dem Angriff wurden mindestens 87 Seeleute getötet, weitere gelten als vermisst.

Humanitäre Entscheidung inmitten militärischer Eskalation

Nach Angaben indischer Regierungsquellen hatte Teheran bereits kurz nach Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar um das Einlaufen der „Lavan“ gebeten. Der Antrag sei als dringend eingestuft worden, weil das Schiff technische Probleme gemeldet habe. Jaishankar sagte bei der sicherheitspolitischen Konferenz Raisina Dialogue in Neu-Delhi, Indien habe die Entscheidung aus humanitären Gründen getroffen. „Wir haben das aus der Perspektive der Menschlichkeit betrachtet“, erklärte er.

Die „Lavan“ war ursprünglich mit zwei weiteren iranischen Schiffen auf dem Weg zu einer internationalen Flottenparade in Indien. Durch den Ausbruch des Kriegs seien die Schiffe jedoch „auf der falschen Seite der Ereignisse“ geraten, sagte der Außenminister.

Auch Sri Lanka nimmt iranisches Marineschiff auf

Auch Sri Lanka ist in die Ereignisse verwickelt. Behörden in Colombo teilten mit, ein weiteres iranisches Marineschiff, die „Booshehr“, werde in einen Hafen an der Ostküste eskortiert. Ein Großteil der Besatzung sei vorübergehend in einem Marinecamp nahe der Hauptstadt untergebracht worden.

Der Vorfall zeigt die schwierige Lage Indiens im eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Neu-Delhi unterhält traditionell enge Beziehungen zu Teheran, arbeitet gleichzeitig aber sicherheitspolitisch eng mit den Vereinigten Staaten zusammen.