Thüringen

Soll „Sieg Heil“ gerufen haben: AfD-Stadtrat muss vor Gericht

Alexander Escher ist Stadtrat im thüringischen Sonneberg. Gegen ihn gibt es schwere Vorwürfe, jetzt wurde eine Anklage zugelassen.

Ein AfD-Stadtrat muss sich Ende Februar vor Gericht verantworten.
Ein AfD-Stadtrat muss sich Ende Februar vor Gericht verantworten.Carsten Koall/dpa

Die Staatsanwaltschaft Meiningen (Thüringen) hat eine Anklage gegen den Sonneberger Stadtrat Alexander Escher (AfD) zugelassen. Wie das Amtsgericht Sonneberg der Berliner Zeitung auf Anfrage mitteilte, findet der Prozessauftakt am 26. Februar statt.

Escher wird vorgeworfen, im Frühjahr 2022 in einer Bar mehrfach die verbotene NS-Parole „Sieg Heil“ gerufen zu haben. Der Focus berichtete erstmals über die Vorwürfe. In der Bar wurde Escher Hausverbot erteilt.

Im selben Jahr soll sich ein weiterer Vorfall in einem anderen Lokal ereignet haben. Der Inhaber gab an, dass Escher bei einer Weihnachtsfeier zum Gruß „Heil Hitler“ geschrien habe, als er das Restaurant betreten habe. Zudem soll Escher erneut „Sieg Heil“ gerufen haben. Beide Inhaber der Gaststätten gaben gegenüber dem Medium eine eidesstattliche Versicherung ab.

Der Sprecher des Amtsgericht konnte die genauen Anklage auf Anfrage nicht nennen. Offenbar soll es sich jedoch um den Vorwurf des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ handeln. Escher selbst weist die Vorwürfe von sich. Bei einer Verurteilung drohen Escher eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Escher wurde - trotz der bereits bekannt gewordenen Vorwürfe - im Mai 2024 erneut in den Stadtrat gewählt. Mit 36 Prozent der Stimmen war die AfD in Sonneberg stärkste Kraft. Der Wiedereinzug in den Kreistag gelang Escher jedoch nicht. Der Landkreis Sonneberg wird bereits seit 2023 von einem Landrat der AfD, Robert Sesselmann, regiert. Die Wahl sorgte damals für bundesweite Schlagzeilen. Die AfD ist in Thüringen als rechtsextrem eingestuft.