Sipri-Bericht

China überholt: Deutschland ist jetzt viertgrößter Waffen-Exporteur

Die Bundesrepublik steigt in der Liste der größten Waffenexporteure der Welt weiter auf. Auch andere europäische Länder exportieren deutlich mehr Waffen.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer mehr Waffen exportiert.
Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer mehr Waffen exportiert.Björn Trotzki/imago

Die weltweiten Waffenexporte sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Wie aus einer Studie des „Stockholm International Peace Research Institute“ (Sipri) hervorgeht, stiegen die Exporte zwischen 2021 und 2025 um 9,2 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2016 bis 2020 an. 

Dabei handelt es sich um den größten Anstieg seit dem Zeitraum von 2011 bis 2015, so das Institut. Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Europa verdreifachte seine Waffenimporte und wurde zur größten Empfängerregion weltweit.

China fällt aus Top Ten der größten Waffenexporteure

Die Ukraine erhielt seit 2022, dem Beginn des russischen Angriffskriegs, massive Waffenlieferungen. Doch auch andere europäische Staaten erhöhten ihre Importe deutlich. Europa erhielt 33 Prozent aller globalen Waffenimporte (gegenüber nur 12 Prozent im vorherigen Zeitraum).

Die USA lieferten 42 Prozent aller internationalen Waffentransfers. Erstmals seit zwei Jahrzehnten ging der größte Anteil der US-Waffenexporte nach Europa (38 Prozent) statt in den Nahen Osten (33 Prozent).

Der zweitgrößte Waffenlieferant ist Frankreich, mit einem Anteil von 9,8 Prozent an den weltweiten Waffenexporten. Darauf folgt Russland, dessen Exporte zuletzt um 64 Prozent einbrachen. Der Anteil Russlands schrumpfte dabei von 21 Prozent auf 6,8 Prozent.

Deutschland überholte China als viertgrößten Exporteur. Die Bundesrepublik ist so für 5,7 Prozent der globalen Waffenexporte verantwortlich. Einen deutlichen Anstieg der Waffenexporte kann auch Italien verzeichnen. In den letzten fünf Jahren stiegen diese um 157 Prozent an und machen Italien so zum sechstgrößten Waffenexporteur. China reduzierte seine Importe um 72 Prozent und fiel erstmals seit den frühen 1990ern aus den Top Ten der Importeure.