Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Verbündeten am Persischen Golf einen Rüstungstausch vorgeschlagen. Die Ukraine würde eigene Abwehrsysteme gegen Drohnen liefern, im Gegenzug sollen die Golfstaaten PAC-3-Raketen an Kiew abgeben.
„Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen“, sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten in Kiew, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Wenn sie uns diese liefern, liefern wir ihnen Abfangraketen.“ Er bezeichnete das Angebot als „fairen Tausch“. Selenskyj hatte zuvor mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajed, telefoniert.
Iranische Angriffe treffen Militär und Zivilisten
Seit vier Tagen werden mehrere Golfstaaten von iranischen Angriffen erschüttert. Bei diesen Gegenschlägen, die als Reaktion auf die am Samstag von den USA und Israel begonnenen Luftangriffe auf den Iran erfolgen, werden Drohnen und Raketen eingesetzt. Dabei werden sowohl Militärstützpunkte als auch zivile Infrastruktur wie Wohnhäuser, Hotels und Flughäfen beschossen, berichten internationale Medien.
Die zentrale Frage sei, „wie wir ihren Luftraum schützen können“, sagte Selenskyj mit Blick auf die Golfstaaten. Auch die Ukraine kämpfe seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen iranische Schahed-Drohnen, die Moskau einsetzt.
Patriot-System gegen Drohnen weniger wirksam
PAC-3-Raketen werden mit dem Patriot-Luftabwehrsystem abgefeuert und können Großstädte vor anfliegenden Kurzstreckenraketen schützen. Gegen tieffliegende Drohnen sind sie jedoch weniger wirksam. Kiew verfügt derzeit nicht über genügend PAC-3-Raketen, um Städte und kritische Infrastruktur ausreichend zu verteidigen.
Genau hier setzt Selenskyjs Angebot an: Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren vergleichsweise kostengünstige Systeme zur Abwehr von Kamikaze-Drohnen entwickelt. Auch die EU will nach eigenen Angaben künftig auf diese Erfahrungen zurückgreifen.


